Endlich erwarb ich den zehnbändigen Spurgeon. Die Geschichte nannte ihn den „König der Prediger des Evangeliums“. Seine Bücher sind ein großer geistlicher Schatz. Ach, wie viel verliert die russische evangelische Bruderschaft, da sie diesen zehnbändigen Band noch immer nicht in russischer Übersetzung besitzt. Ich möchte glauben, dass der Tag nicht fern ist, an dem junge geistliche Kräfte erstarken, sich organisieren und sich Menschen finden, die die Predigten Spurgeons übersetzen und sie in gewichtigen Bänden den Wahrheitssuchenden bringen. In einer seiner Predigten erzählte Spurgeon von einem erstaunlichen Traum, der ihm große Freude brachte und zu einer Art Offenbarung wurde. Er beobachtete Kolonnen von Menschen, die zu den Toren des Himmlischen Reiches gingen. Sie sangen feierliche Hymnen. Spurgeon, der abseits stand, fragte: „Wer seid ihr?“ Man antwortete ihm: „Wir sind die Propheten.“ – Leider gehöre ich nicht zu ihnen, seufzte Spurgeon. Und nun näherte sich eine zweite Gruppe von Menschen den Toren des Himmlischen Reiches. – Wer seid ihr? – fragte Spurgeon. – Wir sind die Apostel, die Jünger Jesu Christi. – Wie schade, dass ich kein Apostel bin und nicht mit ihnen gehen kann. Ihnen folgten Menschen in weißen Gewändern. An den Toren des Himmlischen Reiches wurden sie von Engeln mit freudigen Rufen empfangen. – Wer sind diese Menschen? – fragte Spurgeon. – Das sind die Märtyrer. Spurgeon dachte nach und entschied, dass er auch mit dieser Gruppe von Menschen nicht zu den Toren des Himmlischen Reiches gehen dürfe. Schließlich sah er eine große Menge von Menschen, die jubelnd zu den Toren des Himmlischen Reiches zogen. Er schaute genauer hin und erkannte unter ihnen Maria Magdalena, Rahab – die ehemalige Hure, David, Manasse, Saulus von Tarsus; dort ging auch der kluge Schächer von Golgatha. Sie wurden von Engeln mit einem siebenfachen „Halleluja!“ begrüßt. – Wer sind diese Menschen? – fragte Spurgeon erstaunt. – Das sind die durch Gottes Gnade Geretteten, antworteten ihm die Engel. Spurgeon freute sich: – Mit diesen kann ich gehen! – sagte er zu sich selbst und schloss sich dem großen Zug der Geretteten an. Ich glaube, dass auch für mich ein Platz in dieser Menge von Seelen, die durch die Gnade des Herrn gerettet wurden, vorhanden ist. Er wurde durch das kostbare Blut Christi auf Golgatha erkauft.
Nashi Dni #1747, 3. November 2001