Ich lebte wie alle anderen ein sündiges und Gott nicht wohlgefälliges Leben. Obwohl es mir schien, als strebte ich nach dem Herrn, entfernte ich mich in Wirklichkeit immer mehr von Ihm. Der Krieg begann. Ich verlor meinen Mann und meinen achtzehnjährigen Sohn und evakuierte mich mit meiner Tochter ins Ausland. In meiner Seele war Leere, mein Herz schmerzte. Doch ich wandte mich nicht an Gott, obwohl mich innerlich etwas beunruhigte und ich keinen Frieden fand. Meine Tochter heiratete. Ich begann, nach Arbeit zu suchen und wurde als Erzieherin in einem russischen Kinderheim des Roten Kreuzes angestellt. Bald wurde unser Heim nach Belgien verlegt. Dort lernte ich den ehemaligen russischen Konsul in Belgien, N., einen evangelischen gläubigen Christen, kennen. Durch ihn begann der Herr, mich zu rufen. Das durch N. gesäte Wort des Evangeliums schlug allmählich Wurzeln. Später zog ich nach Frankreich. In der Stadt Annecy erfuhr ich von der Existenz evangelischer gläubiger Christen in der Nähe, in der Stadt Ugine in der französischen Savoyen. Ich freute mich sehr und schrieb ihnen sofort. Von dort kam eine herzliche Antwort und eine Einladung zur Weihnachtsfeier für Kinder. Die Gläubigen nahmen mich mit großer Herzlichkeit, Zärtlichkeit und Liebe auf. Von ihnen allen strahlte christliche Freude aus. Auch meine Freude kannte kein Ende. Diese erste Gemeinschaft mit russischen Gläubigen blieb ein heller Lichtstrahl in meinem Leben. Ich begann, evangelische Versammlungen zu besuchen. Nach einem der Gespräche wandte ich mich an den Herrn, und Er schenkte mir den Glauben an die Vergebung meiner Sünden und die Errettung. Glück und Frieden erfüllten mein Herz. Nun ist der Herr mein Leben. Ehre sei Ihm für Seine Gnade und Liebe zu mir, der Sünderin! Ich glaube unerschütterlich, dass der Herr mich bewahren wird, wie Er es bisher getan hat, denn Er selbst sagte: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden niemals umkommen...“ (Johannes 10:27-28)
S.B. Nalken, in: Nashi Dni