Einst, in den 1920er Jahren, reiste eine Gruppe von Freunden im Zug, um das Evangelium zu verkünden. Ein hitziger Streit entbrannte zwischen einem der Brüder und einem Atheisten, der im Waggon stand und behauptete, es gäbe keinen Gott, und wenn doch, solle man ihn zeigen. Ein junger Bruder trat schweigend vor ihn, schaute ihm in die Augen und begann, ihn zu umkreisen. Der Atheist wurde wütend und fragte grob: „Was inspizierst du an mir?“ Der Bruder antwortete: „Ich schaue, wo Ihr Gewissen ist.“ „Willst du damit sagen, ich sei gewissenlos?“ fuhr der Atheist auf. „Dann bitte ich Sie, zeigen Sie mir doch Ihr Gewissen“, sagte der Bruder. „Hör auf, Unsinn zu reden, ein Gewissen ist doch kein Hemd, das man zeigen kann“, entgegnete der Gesprächspartner aufgebracht. „Wenn ein Gewissen kein Hemd ist, dann ist Gott auch kein Jackett, das man Ihnen zeigen kann, wie Sie es verlangen“, antwortete der Bruder unter dem Beifall der Zuhörer. Der Gesprächspartner winkte ab und setzte sich beschämt auf seinen Platz.
Nashi Dni, November 17, 2007, #2050, S. 5