Ein junger Mann, dem ein Neues Testament geschenkt worden war, schaute es an und bemerkte ironisch: „Das Papier ist dünn, gut geeignet zum Rauchen.“ In jenen Zeiten herrschte Mangel an Zigarettenpapier. So begann er, dieses Buch zu verrauchen. Er hatte bereits das 10. Kapitel des Johannes erreicht, als ihm plötzlich der Gedanke kam, diese Seite zu lesen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, worum es in diesem Buch überhaupt geht. Die ersten Worte, die ihm ins Auge fielen, waren: „Ich bin die Tür; wer durch mich eingeht, wird gerettet werden...“ Diese Worte ergriffen ihn, und als er das Lesen dieses Kapitels beendet hatte, erfüllten Furcht sein Herz sowie das Bewusstsein seiner Sündhaftigkeit. Er fiel auf die Knie und übergab sich Gott.
Es ist schwer, diesen Umstand zu erklären, aber die Gnade Gottes kann durch das Wirken des Heiligen Geistes die Errettung eines Sünders in einer Minute bewirken. Die Schrift sagt: „Wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden“, wenn er es natürlich von ganzem Herzen tut.
Die Volksweisheit sagt: „Wer isst, wenn er schon satt ist, gräbt sich mit seinen Zähnen sein eigenes Grab.“ Mit anderen Worten: Ein Mensch schadet sich selbst und verkürzt sein Leben, wenn er zu viel isst, wenn er systematisch überisst.
Was bedeutet Überessen? Wie bestimmt man das Maß an Nahrung, das ein Mensch braucht, da verschiedene Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben?
Aus medizinischer Sicht ist Überessen eine Überlastung mit Kalorien, die Anhäufung überschüssiger Energiereserven, die, ohne Verwendung zu finden, den Organismus belasten und seine normale Lebenstätigkeit stören.
Um nicht unter gesteigertem Appetit zu leiden und folglich nicht zu viel zu essen, muss man in sich beharrlich das Maßhalten beim Essen erziehen. Man sollte sich niemals bis zur völligen Sättigung, wie man sagt, „bis zum Platzen“ satt essen. Sehr nützlich ist es, sich anzugewöhnen, vom Tisch aufzustehen, wenn man noch Appetit hat.
Die Gewohnheit, reichlich zu essen, bildet sich bei vielen schon in der Kindheit. Wenn Kinder von frühester Kindheit an überfüttert werden, leidet nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die Psyche wird verletzlich. Ein verfetteter, unbeweglicher Junge, ein zehnjähriges Mädchen, das mit ihrer unförmigen Figur an eine erwachsene Frau erinnert...
Man verspottet sie, gibt ihnen beleidigende Spitznamen.
Sich beim Essen den Genüssen hinzugeben, ist immer schädlich. Aber besonders gefährlich ist es nach dem 40.–45. Lebensjahr, wenn die Fähigkeit des Organismus, Fett zu bilden und in den Fettdepots festzuhalten, erheblich zunimmt. Gerade in diesem Alter beginnen die Menschen oft rasch zuzunehmen, wenn sie sich falsch ernähren.
Dick werden heißt altern.
Wenn die Gesamtmasse des Körpers stark vergrößert ist, steigt die Belastung des Herzens, es arbeitet intensiver und nutzt sich schneller ab; die Oxidationsprozesse im Organismus verlaufen langsamer. Fett lagert sich nicht nur im Unterhautfettgewebe ab, sondern auch in den inneren Organen, wodurch diese vergrößert und verformt werden. Bei fettleibigen Menschen beobachtet man eine hohe Stellung des Zwerchfells, was zusätzliche Schwierigkeiten für das Herz schafft, das in einer veränderten, für es unnatürlichen Lage arbeiten muss. An den Wänden der Blutgefäße lagern sich Eiweiß-Fett-Verbindungen ab, die sogenannten atheromatösen Plaques, die den Blutstrom behindern; es entsteht Arteriosklerose – ein häufiger Begleiter der Fettleibigkeit.
Störungen des Herz-Kreislauf-Systems verursachen eine verstärkte Atemnot beim schnellen Gehen und unangenehme Empfindungen im Bereich des Herzens.
Bei fettleibigen Menschen entwickelt sich nicht selten auch eine Entzündung der Gallenwege, da die verstärkte Fettablagerung in der Bauchhöhle den Abfluss der Galle erschwert. Indem sie eine starke Störung des Stoffwechsels im Organismus verursacht, trägt sie beispielsweise zum Auftreten von Zuckerkrankheit und Gicht bei.
Um Übergewicht loszuwerden, muss man vor allem den Kaloriengehalt der Nahrung drastisch senken, sich bei Süßigkeiten, Brot und anderen Mehlprodukten, Brei und Kartoffeln einschränken und weniger tierische Fette, Eier und fettes Fleisch verzehren. Stattdessen sollte man mehr Gemüse und Obst, Milch- und Fischprodukte sowie Pflanzenöl in die Ernährung aufnehmen.
W. A. Olenewa, Doktor der medizinischen Wissenschaften
ESSEN SIE NICHT ZU VIEL
Nashi Dni Nr. 1915, 5. März 2005