Jemand versuchte, das Geheimnis des Universums zu entschlüsseln, indem er die erste Ursache aller Dinge genauer bestimmen wollte. Er las viele wissenschaftliche und philosophische Bücher, die, wie es schien, alles erklären sollten. Er sprach mit vielen gebildeten Menschen, um eine mehr oder weniger bestimmte Antwort auf seine quälende Frage zu finden: Woher kommt das alles? Doch niemand und nichts konnte ihn zufriedenstellen. Eines Tages hatte er die Gelegenheit, in einer Fabrik zu sein, deren Maschinen ihn beeindruckten. Alles war so verworren und überladen, dass es schien, als hätte es weder Anfang noch Ende. Von allem Gesehenen interessiert, bat er den Meister, ihm den Teil der Maschine zu zeigen, von dem aus alles in Bewegung gesetzt wird. Der Meister zeigte auf eine große eiserne Kiste mit einem darin verborgenen Mechanismus. Sie war mit einem Schloss verschlossen, dessen Schlüssel, wie der Meister erklärte, beim хозяин war. „Beim хозяин“, dachte der Mann und war sogleich, auf irgendeine Weise plötzlich, von einem aufblitzenden Gedanken getroffen. Denn tatsächlich, wie einfach! Darin lag die Antwort auf seine Frage, deren scheinbare Schwierigkeit sich so einfach auflöste. „Die Welt mit all ihrer Verworrenheit ist nichts anderes als eine verschlossene Kiste, deren Schlüssel beim Herrn, beim Herrn des Universums, sind“, dachte der Mann, erleuchtet von dieser unerwarteten Idee. Die Antwort war klar, und es bedurfte keiner Ergänzungen, keiner Kommentare. Und tatsächlich, wie oft zerbrechen wir uns den Kopf darüber, warum und weshalb bestimmte Erscheinungen eintreten. Aber wir sind niemals imstande, das Geschehen ganz richtig zu beurteilen oder zu deuten. Wir werden niemals die Schlüssel zu der geheimnisvollen Schatulle des Universums finden, geschweige denn jemals erraten, was in ihr verborgen ist. Die Schlüssel sind beim Herrn, bei Dem, der alles weiß und von Dem alles abhängt! „Habt Glauben“, sagte Christus, und fügte hinzu, dass „kein Haar von unserem Haupt ohne den Willen Gottes fällt“. Muss man nach solchen klaren und weisen Worten noch unter Fragen leiden und seine Zeit mit vergeblichen Versuchen vergeuden, sie selbst zu lösen? Es genügt völlig, sich dem Willen und der Weisheit des Allmächtigen anzuvertrauen, in dessen Händen alle Fäden unserer Schicksale und die Ursachen aller Erscheinungen liegen.
Nashi Dni Nr. 1961, 4. Februar 2006