Meine vierjährige Tochter wollte mir beim Kartoffelpflanzen helfen. Ich gab ihr einen Stock, der die Abstände zwischen den Pflanzlöchern markieren sollte. Bald bemerkte ich, dass sie meinen Stock beiseite gelegt und stattdessen einen dreimal so großen genommen hatte, um ihre Arbeit zu erleichtern. Der Herr gibt uns ein bestimmtes Maß, nach dem wir unser Leben ausrichten sollen. Wenn wir stattdessen ein anderes Maß verwenden, in der Annahme, dass es unser Leben erleichtert, betrügen wir uns selbst und die Menschen um uns herum. Doch Gott lässt sich nicht täuschen. Er sieht und weiß alles. Unser Verhalten gegenüber Menschen, unseren Feinden und Freunden sollte sich am Beispiel Christi orientieren.
Ein Schriftsteller erzählte diese Begebenheit in einer kleinen Geschichte, in die er auch eigene Gedanken einfließen ließ: Ein Junge kam nach Hause und erzählte seiner Mutter von einem Wunder. Seine Augen leuchteten, als er aufgeregt berichtete, wie Tausende von Menschen nicht nur aßen, sondern auch satt wurden, und danach von fünf Broten zwölf volle Körbe übrig blieben. Nachdem er dies seiner Mutter erzählt hatte, fragte der Junge: „Sag, würde das Gleiche auch mit allem anderen geschehen, was wir Jesus geben würden?“
Das Gespräch des Jungen mit seiner Mutter ist nur eine Fantasie des Schriftstellers; er fügte diesem Gespräch eine nützliche geistliche Lektion hinzu, die sonst unbemerkt geblieben wäre. Denn tatsächlich, wenn wir das, was wir haben, dem Herrn von ganzem Herzen geben, wird Er es nicht vermehren, einschließlich unserer materiellen Mittel? Handelt der Herr nicht genauso mit uns, wenn wir zum Beispiel das Evangelium verkünden? Ein solches Wunder, wie es bei der Speisung vieler Tausender geschah, erleben wir fast täglich: Nicht nur die Zuhörer der evangelischen Botschaft werden gesättigt, sondern auch wir selbst, mit den bei uns verbleibenden „zwölf vollen Körben Brot“!
Nicht viele große und herausragende Menschen beruft Gott zum Dienst. Die meisten von ihnen sind einfache Menschen, die sich in nichts Besonderem auszeichnen, ähnlich wie wir. Aber sie sind Christus ganz ergeben... In der Ewigkeit werden auch Sie, Freund, erstaunt sein, was Gott durch Sie vollbracht hat, und Sie werden dann genauso erstaunt sein wie der Junge, der sah, wie seine Brote Tausende hungriger Menschen sättigten. Wenn der Herr segnet, ist sein Segen immer reichlich!
Nashi Dni Nr. 1972, 22. April 2006