Vor langer Zeit suchte ein Mann nach dem perfekten Bild des Friedens. Da er keines fand, das ihn zufriedenstellte, kündigte er einen Wettbewerb an, um dieses Meisterwerk zu schaffen. Die Herausforderung entfachte die Fantasie von Künstlern überall, und Gemälde kamen von nah und fern. Schließlich kam der große Tag der Enthüllung. Die Richter deckten eine friedliche Szene nach der anderen auf, während die Zuschauer klatschten und jubelten. Die Spannung wuchs. Nur zwei Bilder blieben verhüllt. Als ein Richter die Abdeckung von einem zog, verstummte die Menge. Ein spiegelglatter See spiegelte zarte, grüne Birken unter dem sanften Schimmer des Abendhimmels wider. Entlang des grasbewachsenen Ufers weidete eine Schafherde ungestört. Sicherlich war dies der Gewinner. Der Mann mit der Vision enthüllte das zweite Gemälde selbst, und die Menge schnappte überrascht nach Luft. Konnte dies Frieden sein? Ein stürmischer Wasserfall stürzte über einen felsigen Abgrund; die Menge konnte fast den kalten, durchdringenden Sprühnebel spüren. Stürmisch-graue Wolken drohten mit Blitz, Wind und Regen zu explodieren. Mitten in den donnernden Geräuschen und der bitteren Kälte klammerte sich ein spindeldürrer Baum an die Felsen am Rand des Wasserfalls. Einer seiner Zweige streckte sich vor die tosenden Wasser, als wolle er törichterweise ihre volle Kraft erfahren. Ein kleiner Vogel hatte ein Nest in der Biegung dieses Zweiges gebaut. Zufrieden und ungestört in ihrer stürmischen Umgebung ruhte sie auf ihren Eiern. Mit geschlossenen Augen und ihren Flügeln bereit, ihre Kleinen zu bedecken, zeigte sie einen Frieden, der allen irdischen Tumult übersteigt.
Berit Kjos, A Wardrobe from the King, S. 45-46
Quelle: https://bible.org/illustration/perfect-picture-peace