In der Armee musste Luther mächtigen Herrschern der Erde begegnen. Diese Begegnung hatte weitreichende Folgen. Es war eine kritische Stunde für die Reformation. Im stillen Gebet, allein mit Gott, rief Luther aus: „O allmächtiger und ewiger Gott! Wie schrecklich ist diese Welt! Sie hat ihren Mund geöffnet, um mich zu verschlingen, und ich habe so wenig Glauben an Dich. Wie schwach ist mein Fleisch und wie mächtig ist Satan. Wenn die Welt mich dazu bringen kann, meinen Glauben aufzugeben, dann ist alles verloren! O Gott! O Gott! O Gott! Hilf mir gegen alle Weisheit der Welt! Tu es. Du musst es tun! Du allein, denn es ist nicht mein Werk, sondern Dein Werk! Ich habe hier nichts zu tun; nichts, um mit diesen Großen der Welt zu streiten! Ich wünschte, die Tage würden in Frieden und Glück vergehen, aber es ist Dein Werk... und es ist ein gerechtes und wichtiges Werk. O Herr! Hilf mir, treuer und unveränderlicher Gott! Auf keinen Menschen kann ich meinen Glauben setzen, das wäre vergeblich. Alles, was vom Menschen kommt, vergeht. O Gott! Mein Gott! Hörst Du mich, mein Gott? Bist Du tot?! Nein, Du kannst nicht sterben, Du hast Dich nur verborgen. Du hast mich für dieses Werk auserwählt, das weiß ich genau. Handle dann, o Gott! Steh mir bei, um Deines geliebten Sohnes Christus willen, der mein Schutz, mein Schild und meine Festung ist!“ Gott erhörte das Gebet Seines Dieners. Der Sieg für die Reformation wurde im verborgenen Ort, durch heißes Gebet errungen: Dort fand Luther den Ort für seine Arbeit.
Nashi Dni Nr. 1957, 7. Januar 2006