Eine Mutter von sechs Kindern war lange krank und bettlägerig. Die älteste Tochter stand um 5 Uhr morgens auf, um die Hausarbeit zu erledigen, bevor sie zum Gottesdienst ging. Abends widmete sie sich dem Haushalt, den die kranke Mutter nicht bewältigen konnte. Die Tochter wurde so dünn, dass ihre Altersgenossinnen sich Sorgen machten und ihr sagten: „Du kannst nicht so viel arbeiten! Du wirst krank werden!“ – „Ich glaube nicht“, antwortete sie. „Ich liebe meine Mutter, und es ist nicht schwer, wenn man es mit Liebe tut.“ So sollte auch die Liebe zum Herrn Christen dazu inspirieren, dem Werk der Evangeliumsverkündigung zu dienen. Wenn wir den Herrn lieben, macht diese Liebe unsere Arbeit nicht beschwerlich, sondern angenehm. „Dient einander in Liebe“, sagt die Heilige Schrift, denn indem wir den Menschen dienen, dienen wir dem Herrn. Und nur ein solches Dienen ist wertvoll vor dem Herrn. Wir sollten daran denken, dass ER uns zuerst geliebt hat und uns durch Taten und nicht nur durch Worte geliebt hat.
Mart De Haan, in: Nashi Dni Nr. 1812, 15. Februar 2003