Es ist ein früher Sonntagmorgen. Die Luft ist außergewöhnlich frisch und klar, der Himmel ist nicht vom Rauch der Erde getrübt. Er gleicht einer umgestülpten Schale aus bläulichem Glas über der Erde und scheint greifbar zu sein. Die Lilien öffnen sich, die Rosen blühen und erfreuen unsere Herzen. Doch am meisten erfreut die Gläubigen Christus, Sein glorreicher Sieg über den Tod. In den Kirchen singen die Chöre den Engeln nach: „Er lebt! Er ist auferstanden!“ Ja, Er lebt! Er ist auferstanden! Weder die Wachen noch der Stein, der vor das Grab gerollt wurde, noch das Siegel des Hohepriesters konnten ihn halten. Christus hat in Seinem irdischen Leben nie Leibwächter gebraucht. Doch am Freitag wurden Wachen an Seinen leblosen Körper gestellt. Kaum dämmerte das Licht des frühen Sonntagmorgens, da gingen die Frauen, die Salbenträgerinnen, nachdem der Sabbatfrieden geendet hatte, durch die Stadttore zum Grab. Der Osten wurde vom Rot des aufgehenden Sonnenlichts erleuchtet. Die Frauen hatten ein Problem: Wer wird den Stein wegrollen? Er war zu schwer für sie. Doch getrieben von heiliger Liebe zu ihrem himmlischen Lehrer gingen sie weiter. Lass uns auch gehen, Leser. Lass uns sehen, wie das Grab von Joseph von Arimathäa aussieht, in dem Jesus begraben wurde. Aber was ist das? Keine Wachen! Und der Stein ist weggerollt!.. Ja, der Stein ist für alle Ewigkeit weggerollt! Und niemand kann ihn jemals wieder zurückrollen.
Vitaliy Sobolev, in: Nashi Dni