Als John Todd, ein Geistlicher des neunzehnten Jahrhunderts, sechs Jahre alt war, starben beide seiner Eltern. Eine gutherzige Tante zog ihn auf, bis er das Haus verließ, um Theologie zu studieren. Später wurde diese Tante schwer krank und schrieb Todd in ihrer Not einen Brief. Würde der Tod das Ende von allem bedeuten, oder könnte sie auf etwas darüber hinaus hoffen? Hier ist in gekürzter Form der Brief, den er als Antwort schickte:
„Es ist jetzt fünfunddreißig Jahre her, dass ich als sechsjähriger Junge ganz allein in der Welt zurückblieb. Du hast mir mitgeteilt, dass du mir ein Zuhause geben und eine liebevolle Mutter für mich sein würdest. Ich habe den Tag nie vergessen, an dem ich die lange Reise zu deinem Haus machte. Ich kann mich noch an meine Enttäuschung erinnern, als du nicht selbst kamst, um mich abzuholen, sondern deinen Diener Caesar schicktest.
Ich erinnere mich an meine Tränen und meine Angst, als ich hoch auf deinem Pferd saß und mich fest an Caesar klammerte, während wir zu meinem neuen Zuhause ritten. Die Nacht brach herein, bevor wir die Reise beendeten, und ich wurde einsam und ängstlich. ‚Glaubst du, sie wird ins Bett gehen, bevor wir dort ankommen?‘ fragte ich Caesar. ‚Oh nein!‘ sagte er beruhigend, ‚Sie wird auf dich warten. Wenn wir aus diesen Wäldern herauskommen, wirst du ihr Kerzenlicht im Fenster sehen.‘
Bald ritten wir aus der Lichtung heraus, und da war tatsächlich dein Kerzenlicht. Ich erinnere mich, dass du an der Tür gewartet hast, dass du mich – einen müden und verwirrten kleinen Jungen – in deine Arme genommen hast. Du hattest ein Feuer im Kamin und ein heißes Abendessen auf dem Herd. Nach dem Abendessen brachtest du mich in mein neues Zimmer, hörtest mein Gebet und saßest dann neben mir, bis ich einschlief.
Eines Tages wird Gott dich rufen, um dich in ein neues Zuhause zu bringen. Fürchte dich nicht vor dem Ruf, der fremden Reise oder dem Boten des Todes. Gott kann genauso vertraut werden, wie du so freundlich warst, es für mich vor vielen Jahren zu tun. Am Ende des Weges wirst du Liebe und ein Willkommen finden und in Gottes Obhut sicher sein.“
Source Unknown