Eine arme Witwe, die nach dem Tod ihres Mannes krank wurde, verbrachte fast den ganzen Winter im Bett. Im Frühling, von der Krankheit erschöpft, ging sie in den Hof, fand eine Schaufel und begann, den Garten umzugraben. Sie sah elend aus, die Schaufel fiel ihr vor Schwäche aus den Händen. Zu dieser Zeit fuhr ein Mann mit drei Pflügen auf das Feld. Er war ein wohlhabender Mann und zugleich ein Bruder in Christus dieser armen Witwe. "Gott helfe dir!" sagte er zu ihr. "Danke. Gott helfe auch dir," antwortete die Witwe und setzte ihre Arbeit fort. Eine Stunde später kam ein anderer Mann auf einem mageren Pferd mit einem Pflug vorbei. Auch er war gläubig. Er hielt an, schaute die Witwe an, fuhr in ihren Hof und pflügte ihren Garten, ohne ein Wort zu sagen. "Vielen Dank, Brüderchen," sagte die Witwe mit Tränen in den Augen. "Nicht mir, sondern dem Herrn," antwortete der Bruder. Zwei Brüder... Für beide litt und starb Christus am Kreuz. Beide hoffen, in der Ewigkeit mit dem Herrn zu sein. Doch die Früchte sind unterschiedlich. "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen," sagte Christus.
Nashi Dni Nr. 1919, 2. April 2005