Im Jahr 1799 erschienen die Armeen Napoleons auf den Höhen über der Stadt Feldkirch in Österreich. Es war Ostersonntag, und die Strahlen der aufgehenden Sonne glitzerten auf den Waffen der Franzosen, die sich auf den Hügeln westlich der Stadt aufgestellt hatten. Der Stadtrat wurde hastig zusammengerufen, um zu beraten, was zu tun sei. Nach langer Diskussion erhob sich der Dekan der Kirche und sagte: „Meine Brüder, es ist Ostersonntag! Wir haben unsere eigene Stärke abgewogen, und sie reicht nicht aus. Lasst uns zu Gott wenden. Lasst die Glocken läuten und den Gottesdienst wie gewohnt abhalten und die Angelegenheit in Gottes Hände legen.“ Sie stimmten zu, seinem Vorschlag zu folgen. Dann erklangen von den Kirchtürmen in Feldkirch freudige Glockenklänge zu Ehren der Auferstehung, und die Straßen füllten sich mit Gläubigen, die zur Kirche eilten. Die Franzosen hörten das plötzliche Läuten der Freuden-Glocken mit Überraschung und Schrecken. Sie schlossen daraus, dass die österreichische Armee eingetroffen sei, um den Ort zu entlasten. So flohen sie hastig, und bevor die Glocken aufgehört hatten zu läuten, war kein Franzose mehr zu sehen.
Walter Baxendale, Dictionary of Anecdote, Incident, Illustrative Fact: Selected and Arranged for the Pulpit and the Platform, eingereicht von der Homiletik-Klasse des West Coast Baptist College
Quelle: https://ministry127.com/resources/illustration/the-sound-of-church-bells