Ich kehrte von der Jagd zurück und ging durch die Allee des Gartens. Mein Hund lief vor mir her. Plötzlich blieb er stehen und begann sich anzuschleichen, als hätte er Wild gewittert. Ich schaute die Allee entlang und sah einen jungen Spatz mit Gelb um den Schnabel und Flaum auf dem Kopf. Er war aus dem Nest gefallen (der Wind schüttelte die Birken der Allee heftig) und saß reglos da, hilflos mit kaum gewachsenen Flügelchen. Mein Hund näherte sich ihm langsam, als plötzlich ein alter, schwarzbrüstiger Spatz vom nächsten Baum herabstürzte und direkt vor seiner Schnauze wie ein Stein zu Boden fiel und, ganz zerzaust, verzerrt, mit verzweifeltem und kläglichem Piepsen, ein- oder zweimal in Richtung des zähnefletschenden, geöffneten Mauls sprang. Er stürzte sich, um zu retten, er schützte sein Kind mit seinem Körper... doch sein kleiner Körper zitterte vor Angst, seine Stimme war wild und heiser, er erstarrte, er opferte sich! Was für ein riesiges Monster musste ihm der Hund erscheinen! Und doch konnte er nicht auf seinem hohen, sicheren Ast sitzen bleiben... Eine Kraft, stärker als sein Wille, warf ihn von dort herunter. Mein Trezor hielt inne, wich zurück... Offensichtlich erkannte auch er diese Kraft. Ich beeilte mich, den verwirrten Hund zurückzurufen und zog mich ehrfürchtig zurück. Ja, lacht nicht. Ich ehrte diesen kleinen, heldenhaften Vogel, seinen liebevollen Impuls. Liebe, dachte ich, ist stärker als der Tod und die Angst vor dem Tod. Nur durch sie, nur durch die Liebe wird das Leben gehalten und bewegt.
I.S. Turgenew, in: Nashi Dni Nr. 1768, 30. März 2002