Unter dem dunklen Schleier der Nacht, in der toten Stille der großen Wüste, liegt ein riesiger Sphinx, der seinen kalten steinernen Blick zum Himmel erhebt. Am bodenlosen Himmel funkeln sanft silberne Sterne, und glänzende Meteore zerstreuen sich als goldener Staub in der Unendlichkeit des Universums. Der majestätische Himmel schläft, voller Geheimnisse, die dunkle, traurige Erde schläft... Und plötzlich hört der Sphinx in dieser Stille Schritte. Er senkt seinen leidenschaftslosen Blick zur Erde und sieht einen Mann, der eine junge Jungfrau mit dem Kind auf dem Arm begleitet... Nach einem kurzen Gebet teilten die Reisenden eine bescheidene Mahlzeit und verbrachten den Rest der Nacht im Schatten des Wüstenriesen. Am Morgen, als die Morgendämmerung über den Sanden zu dämmern begann, machten sie sich wieder auf den Weg, und der Sphinx blieb erneut allein in der Stille und dem Geheimnis, aber im steinernen Herzen war das rührende Bild des schutzlosen Kindes eingeprägt. Jahre vergingen. Die brennende Sonne verbrannte den Riesen, Winde bedeckten ihn mit den Sanden der Wüste, Menschen kamen, unbekannt woher, und gingen, unbekannt wohin, und er schaute immer noch... "Da erschien ein Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten..." (Matthäus 2:13).
Nashi Dni Nr. 1859, 24. Januar 2004