Christus sagte: „Ich bin der gute Hirte“ (Johannes 10,11). Wer von uns hat nicht schon einmal einen Hirten gesehen, der seine Herde auf dem Feld bewacht? Im frühen Frühling, sobald das Gras auf den Feldern zu sprießen beginnt, ziehen die Schafherden unter der Aufsicht des Hirten auf die Weide. Die Sonne wärmt sanft und erfreut nicht nur die Seele des Menschen, sondern auch die gesamte umgebende Natur. Es scheint, als ob alles um uns herum, selbst die kleinste Blume, Gott für alles von Ihm Geschaffene dankt und preist. Die Schafe weiden friedlich und vertrauen sich ganz der Fürsorge des Hirten an. Ein wahrer Hirte, kein Mietling, liebt seine Schafe und bewacht sie gewissenhaft. Er lässt niemanden ihnen etwas antun. Wenn ein Schaf verletzt wird, wäscht der Hirte mit Liebe die Wunde und pflegt es, bis es vollständig gesund ist. Oft trägt der Hirte auf dem Heimweg ein kleines krankes Schaf auf seinen Armen. Wenn eines von ihnen in eine Schlucht fällt, bemüht sich der Hirte sofort, es herauszuziehen, selbst wenn es sein Leben gefährdet. Er ist bereit, sein Leben für sie zu geben. Ein solcher guter Hirte nennt Christus sich selbst: „Ich bin der gute Hirte“. Aber wer sind seine Schafe? Im Buch des Propheten Jesaja steht, dass „wir alle irrten wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen eigenen Weg“ (Kapitel 53). Dies bezieht sich auf alle, die nicht den Wegen Gottes folgen, die ihre eigenen Wege gehen. Jeder, der keinen göttlichen Führer hat, der sich um ihn kümmert, der ihn vor dem Fallen bewahrt, ist mit Wunden bedeckt, die Heilung benötigen. Diese Wunden sind die Sünden, die den Menschen belasten, unter deren Last er oft ermüdet und erschöpft ist. Und wie ein hilfloses Schaf Pflege benötigt, so braucht auch der Mensch Hilfe, Heilung der Seele. Wie freudig ist es, dass wir einen guten Hirten haben, den Sohn Gottes, der allein unsere Wunden heilen, unsere Sünden mit seinem kostbaren Blut abwaschen, sich um uns kümmern und uns vollständige Genesung schenken kann. Wenn wir uns durch Sünden verwundet fühlen, keinen Frieden und keine seelische Ruhe haben, dann kommen wir zum guten Hirten, übergeben ihm unser Leben, damit er uns vor dem Bösen dieser Welt bewahrt. Christus selbst ruft zu sich, er sagt: „Kommt zu mir alle“; „Folge mir nach“. Und wie gehorsame Schafe auf die Stimme des Hirten hören, so folgen wir dem Ruf unseres guten Hirten. Erinnern wir uns daran, wie er sein Leben für uns am Kreuz von Golgatha gab, damit wir alle seine Schafe sein und eine Herde bilden können. B.I.
B.I., in: Nashi Dni Nr. 1886, 14. August 2004