Vor einigen Jahrzehnten, auf einem Bauernhof in den Südstaaten, herrschte ein ungewöhnlich trockenes und heißes Sommerwetter. Zwei Monate lang fiel kein Tropfen Regen. Alle Pflanzen wurden gelb und vertrockneten. Der Kiefernwald, der das Haus umgab, war erfüllt vom Duft des Harzes, das unter der sengenden Sonne aus den Bäumen floss. Eines Tages warf jemand, der durch den Wald fuhr, ein Streichholz oder eine Zigarette weg. Der mit Harz und trockenen Zweigen gefüllte Kiefernwald entflammte wie Pulver. Ein zufälliger Funke entzündete das brennbare Material im Nu. Rauchwolken stiegen in die Luft, Flammen kletterten an den Baumstämmen himmelwärts. Das Feuer breitete sich mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit und Kraft aus. Der Verlust des gesamten Waldes, des Hauses, der Bauerngebäude, des Viehs und einiger im Wald lebender Schwarzer schien unvermeidlich. Es war unmöglich, das Feuer zu bekämpfen, und es gab niemanden, der es tun konnte. Alle Schwarzen waren vor Angst gelähmt. 'Regen, nur ein außergewöhnlich starker Regen kann uns vor dem Untergang retten', dachte die Besitzerin der Farm. Doch in diesem schrecklichen Moment war der Himmel bleiern, kein Wölkchen am Horizont, die Sonne brannte unerbittlich, es gab keine Hoffnung auf Rettung... Das Feuer näherte sich schnell dem Haus. 'Aber Gott sieht meine Not, meine Hilflosigkeit und den unvermeidlichen Untergang', dachte sie verzweifelt. 'Er hat einst Regen geschickt, als Antwort auf die Bitten der Menschen, Er ist mächtig, Er kann das Außergewöhnliche tun, Er kann es sofort tun, sonst werden wir alle umkommen.' 'Bete, bete um Regen', befahl ihr eine innere Stimme. Fast mit Gewalt schleppte sie zwei ihrer bekehrten schwarzen Frauen ins Haus. Gemeinsam knieten sie nieder und flehten zu Gott um sofortigen Regen und um die Bewahrung von Hab und Gut und vielen Leben vor dem Untergang. Einige Minuten vergingen im Gebetskampf. Plötzlich ertönte Donner über dem Haus, dunkle Wolken bedeckten den Himmel. Wasserkaskaden strömten in einem ununterbrochenen Fluss auf die Erde. Der ganze Wald und die umliegenden Ländereien wurden überflutet und verwandelten sich in einen großen See. Keine halbe Stunde verging, da war vom schrecklichen Feuer kein Funke mehr übrig, alles war durch den Regen gelöscht. Die Wolke zog weiter, und die Sonne schien weiterhin über der Erde, als wäre nichts geschehen. Die Dürre hielt danach noch einige Wochen an. Astachow-Salow, „Das Geheimnis und die Kraft des Gebets“, Seite 6: Kinder der Finsternis und Kinder des Lichts, Erben und Miterben Christi.
Astakhov-Salov, Das Geheimnis und die Kraft des Gebets, S. 6