„Papa“, fragte das sterbende Mädchen, „wie viel Geld hast du im Laufe des Jahres für mich ausgegeben?“ Ihr Vater war ein weltlicher Mensch, der wenig an Gott dachte und völlig in weltliche Angelegenheiten vertieft war. Nun, angesichts des Todes seines einzigen Kindes, war er sehr betrübt. „Ach, mein Kind, sprich nicht darüber. Was zählt schon das Geld. Ich würde hundertmal mehr für dich ausgeben, wenn du nur bei mir bleiben würdest!“ Aber das Mädchen ließ nicht locker: „Papa, sag es mir, ich möchte es wissen.“ „Nun, wenn du es so willst“, stimmte der Vater schließlich zu, „dann sage ich es dir. Ungefähr...“ Und er nannte eine große Summe. Es trat eine Stille ein. Die Gedanken des Mädchens schienen beschäftigt zu sein. Schließlich ertönte ihre schwache Stimme, die bald für immer verstummen sollte, erneut: „Papa, versprich mir, dass du nach meinem Tod jedes Jahr dieselbe Summe für andere Kinder ausgeben wirst, die ärmer leben als ich und die keinen so guten Vater wie dich haben. Papa, wirst du das tun?“ Der Vater war sehr überrascht von den Worten des kleinen Mädchens, aber er versprach fest, ihren Wunsch zu erfüllen. Und so änderte sich dieser weltliche, bisher völlig gleichgültige Mensch grundlegend. Er war reich, aber kinderlos geblieben. Die Worte seiner Tochter ließen ihn darüber nachdenken, wozu ihn sein Reichtum verpflichtete. Er baute zunächst ein Haus und dann noch mehrere, in denen viele unglückliche Waisen ein glückliches Zuhause fanden. Und sein Leben wurde besser und glücklicher, weil er ein Jünger Jesu Christi wurde. Und all das dank des guten Anstoßes seiner sterbenden Tochter. Säet gute Gedanken – und ihr werdet gute Taten ernten! Jeder Zeitraum, ja jede Minute unseres Daseins bringt uns eine besondere Not mit sich. Derselbe Zeitraum bringt uns gleichzeitig auch ein großes, kostbares Versprechen: „Mein Gott aber wird all eurem Mangel abhelfen.“ (Philipper 4,19)
Nashi Dni