Die Geschichte einer Tochter, deren Vater während des Krieges auf wundersame Weise gerettet wurde. Wir lebten in der Region Krasnodar, in einem Dorf. 1937 wurden wir 'enteignet' und nach Kasachstan in die öde Steppe verbannt. Dort erlebten wir unvorstellbare Schwierigkeiten. 1941, als der Krieg mit Deutschland begann, wurde der Vater an die Front geschickt. In einer der Schlachten im Winter wurde er schwer verwundet. Er blutete stark und rief um Hilfe, aber niemand kam rechtzeitig zu ihm. Als die Schlacht vorbei war und die Toten vom Schlachtfeld geräumt wurden, hielt man ihn für tot und warf ihn zusammen mit den Toten auf die Ladefläche eines Lastwagens. Sie brachten sie nach Moskau und luden sie in einem Krankenhaus aus. Im Leichenschauhaus, genauer gesagt im Keller, lag er ganz oben auf einem Stapel von Toten. Tief in der Nacht, als er zu Bewusstsein kam, dachte er zunächst, er sei in einem Massengrab, erkannte aber dann, dass es ein Leichenschauhaus war. Unter und um ihn herum waren Leichen. Und hier rief er in Gedanken zu Gott um Hilfe.
Nashi Dni Nr. 1905, 25. Dezember 2004