Es geschah, als die Weisen, nachdem sie nach Palästina gelangt waren, aus ihren menschlichen Überlegungen heraus den Weg nach Jerusalem einschlugen. Die Wege trennten sich unerwartet. Der Stern führte zum Aufenthaltsort Christi, doch die Weisen gingen nach Jerusalem. Der Stern behielt seinen Kurs zum Sohn Gottes, die Weisen hingegen zum König der Juden. Das Licht des Sterns verlosch... Er verschwand vom Weg der Weisen und als diese die Stadt betraten, verloren sie ihn aus den Augen. Anfangs mochten sie es als gutes Zeichen gedeutet haben – das Ziel sei erreicht. Doch das merkwürdige Verhalten von König Herodes und den Herrschern der Stadt öffnete ihnen die Augen, sodass sie ihre Irrtümer erkannten. Traurigkeit ergriff ihre Seelen, und erst als sie Jerusalem wieder verließen und das Licht des Sterns erneut über ihnen aufleuchtete, füllten sie sich mit Freude und wagten nicht mehr, vom Weg abzukommen.
Sie folgten dem Stern, bis er über dem Ort stehen blieb, wo das Kind war.
LEHRE DES STERNS:
1) Der Weihnachtsstern lehrt alle Christen, Zeugnis für Christus abzulegen. Durch sein Leuchten zog er die Aufmerksamkeit der Weisen auf sich. Das Leben eines Christen soll so hell und leuchtend sein, dass man ihn unter den Menschen erkennt und durch sein Leben Christus finden kann.
2) Der Stern führte die Weisen zu Christus. Das ist die wahre Richtung, in die Christen die Ungläubigen führen sollen. Wenn Menschen auf unser Leben als Christen achten, dann ist es unsere Pflicht, sie zu dem zu bringen, der uns dieses Leben schenkte. Nur so werden sie den Sinn und das Ziel ihres Lebens verstehen sowie die Bedeutung von Leben, Tod und Auferstehung des Sohnes Gottes. Danach gibt es nur einen weiteren Ort, an den Sünder für die Begegnung mit Jesus geführt werden sollen – Golgatha. Wenn diese zwei Orte für die Seele des Menschen keinen Segen bringen, ist es schwer zu hoffen, dass andere Mittel zur Rettung dieser Seele dienen können.
3) Der Stern hielt festen Kurs; er wich nicht den Weisen in Jerusalem nach. Er überließ ihnen ihre Weisheit, blieb selbst aber in Gottes Hand. Das ist eine Lektion für Christen – nicht vom evangelischen Weg abzuweichen, um weltlichen Philosophien zu gefallen, sondern sofort die Verbindung zu denen abzubrechen, die ihre Weisheit über die Heilige Schrift stellen.
4) Der Stern leuchtete den Weisen erneut, sobald sie anfingen, ihn zu suchen. Ebenso sollen Christen handeln. Wenn Menschen, die ihre Orientierung verloren haben, aufrichtig geistliche Hilfe suchen, egal wie sehr sie uns vorher verachtet haben, müssen wir ihnen den rechten Weg zu Christus zeigen.
5) Der Stern blieb zur rechten Zeit stehen. Die Aufgabe der Christen ist es, bei der suchenden Seele nicht an Christus vorbeizugehen. Es kommt der Moment, wo es passend ist, niederzuknien und mit ihr am Futtertrog von Bethlehem des Heilands zu beten. Verpasst diesen Moment nicht!
Man soll sich nicht in tiefgründigen Erkenntnissen oder Offenbarungen verlieren, sondern praktisch handeln, dann wird das Ergebnis richtig sein.
Ruslan Barko, in: Nashi Dni Nr. 2206, 25. Dezember 2010