Petrus, der sich entschlossen hatte, zu seinen früheren Beschäftigungen zurückzukehren, vergaß, den Herrn mit einzubeziehen; und wenn wir so handeln, dann gelingt trotz all unserer „Arbeit“ nichts. So erging es auch den Aposteln: Sie fingen die ganze Nacht nichts. Als der Morgen kam, sahen sie im noch unklaren Licht Christus am Ufer, erkannten Ihn aber nicht. Wenn sie ruhig am Ufer geblieben und auf Ihn gewartet hätten, wären sie Ihm von Angesicht zu Angesicht begegnet. Wie barmherzig ist jedoch Christus, dass Er ihnen in einem so kritischen Augenblick ihres Lebens erschien, um sie nicht vom Weg abkommen zu lassen! Er wusste ja, dass ihr Herz recht war, auch wenn ihr Verstand sich verirrt hatte. Petrus war immer besonders feurig, und Jesus Christus musste ihn oft zurückhalten. Diese Feurigkeit zeigte sich auch in diesem Fall. Doch um Hilfe vom Herrn zu erhalten, musste Petrus klar erkennen, dass er dieser Hilfe bedurfte. Und so hört er: „Kinder! Habt ihr etwas zu essen?“ Jesus wusste, dass sie nichts hatten, aber sie mussten es Ihm selbst sagen. Er weiß immer um den Zustand unseres Herzens und um die Umstände unseres Lebens, will aber, dass auch wir uns darüber klar Rechenschaft geben und Ihm unsere Bedürfnisse anvertrauen. Petrus musste dazu gebracht werden, einzugestehen, dass all seine Erfahrung und seine Bemühungen zu nichts geführt hatten. Wenn wir selbst unseren Weg wählen, ohne auf die Hilfe Christi zu rechnen und ohne an Ihn zu denken, dann müssen auch wir, wie Petrus, erfahren, dass unsere Arbeit keinen Erfolg hat. Und dann freuen wir uns, wenn Hilfe von dem kommt, den wir anfangs vernachlässigt haben. So freuten sich gewiss auch die Apostel, als Christus ihnen zu Hilfe kam. Es gab viele Fische! Aber es war nötig, dass die Apostel ihre Ohnmacht begriffen, ohne Christus etwas tun zu können, und ihre Abhängigkeit von Ihm erkannten. „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet finden.“ Sie taten es, und im Netz war so viel Fisch, dass es unmöglich war, ihn herauszuziehen. Wie muss das auf Petrus gewirkt haben! Einen unauslöschlichen Eindruck musste das in seiner Seele hinterlassen. Er begriff, dass Christus ihm notwendig war, dass ihm ohne die Mitwirkung Christi kein Werk gelingen würde. Doch in dieser Erzählung ist noch etwas anderes zu beachten, nämlich: Gott vollbringt Sein Werk unabhängig von den Anstrengungen des Menschen. Die Apostel fuhren ans Ufer und sahen, dass dort schon ein Feuer angezündet und Speise bereitet war. All dies geschah ohne sie... Es war dort kein Boot, kein Fischer – nur Christus allein stand am Ufer. Auf Sein Geheiß hin waren Feuer und Speise da. Welche Lehre für Petrus! Er hätte sich durchaus sagen können: „Während ich so erfolglos mich abmühte, wartete hier ein Mahl auf mich, und der Herr stand daneben...“ Wir verlieren oft das „Festmahl“, weil wir uns bei der Arbeit des Herrn in Unruhe verlieren. Gottes Mitwirkung ist uns immer notwendig. Gott ist nicht von uns abhängig, wir aber sind ganz von Ihm abhängig. Wir bedürfen immer Seiner gnädigen Hilfe, sowohl dann, wenn es Ihm gefällt, uns zur Rettung eines Sünders zu gebrauchen, als auch zu unserer eigenen Rettung. Weiter wird erzählt, dass Christus ihnen befiehlt, von den Fischen zu bringen, die sie gefangen hatten; Jesus und die Jünger setzten sich zum Essen. Und bei dieser Mahlzeit erhält Petrus den Auftrag, die Herde Christi zu weiden. Schon früher, als Christus ihn zusammen mit seinem Bruder Andreas rief, hatte Er ihnen verheißen, sie zu Menschenfischern zu machen. Jetzt sendet Er Petrus unmittelbar in die Welt, um „Seine Schafe zu weiden“ und den Menschen das Licht Seiner Lehre zu bringen. Und gewiss hat der Apostel die Lehre, die er an diesem Tag empfing, sein ganzes Leben lang behalten. Von nun an unternahm er wahrscheinlich nichts, ohne den Herrn Christus um Hilfe zu bitten; daher war sein Einfluss auf die Menschen so mächtig und segensreich. Auch wir haben im Leben solche Augenblicke, in denen wir besonders klar erkennen, dass wir ohne Gottes Hilfe nichts tun können. Aber sobald wir das erkennen, sehen wir sogleich, dass Christus die ganze Zeit nahe war und alles für uns Notwendige bereits bereitet hatte. Das müssen wir immer im Gedächtnis behalten und nichts ohne Ihn beginnen. Sobald wir Seine Nähe empfinden, haben wir sogleich auch die Kraft zu handeln und Erfolg! R. A.
R. A., in: Nashi Dni