Kürzlich erzählte man mir, wie einem Mann, der in den Minen arbeitete, ein schwerer Stein auf den Rücken fiel. Seit diesem Tag war dieser unglückliche Arbeiter vom Hüftbereich an gelähmt. Ich machte mich sofort auf den Weg, um ihn zu besuchen. Kaum hatte ich die Tür betreten, schrie er: „Verschwinde, verfluchter Pfaffe! Dein Gott hat nicht auf mich geachtet und mich nicht behütet, als dieser Stein meine Wirbelsäule zertrümmerte. Und das nennt sich ‚Gott der Liebe‘!“... Ohne ein Wort zu sagen, verließ ich leise den Raum. Dieses Ereignis ließ meinen Freunden keine Ruhe. Einige Zeit später brachten sie diesen unglücklichen Bergmann zusammen mit seinem Stuhl zu einer evangelischen Versammlung. Ich sprach an jenem Abend gerade über die große Liebe Gottes, die Seinen eingeborenen Sohn nicht verschonte, Ihn zur Rettung der Welt hingab, für alle, die sich Ihm für immer hingeben, und so nicht in die Hölle und ins ewige Verderben geraten. Ein Vierteljahr verging. Der arme gelähmte Bergmann hatte sich vor dem Kreuz Jesu Christi gebeugt; seine Augen öffneten sich, und er verstand: „Gott hat auch mich geliebt!“ Einige Wochen später besuchte ich ihn wieder. Er sagte leise, aber bestimmt: Wenn ich jetzt sterbe, werde ich vor den Herrn treten und zu Ihm sagen: „Ich danke Dir, Gott, dass Du mir das Rückgrat gebrochen hast!“ – Hör zu, weißt du, was du da sagst? – unterbrach ich ihn. – Ja, ich weiß, was ich sage, – antwortete er. – Gott hat die ganze Zeit versucht, mein Herz zu erreichen. Er wollte mich schon längst zu einem Kind Gottes machen, aber ich habe mein ganzes Leben lang Ihn abgelehnt und wollte nicht hören! Und nun habe ich endlich erkannt, dass Er mich retten wollte, und jetzt erst habe ich Seine wahre Liebe erkannt. Er schloss mit den Worten: – O, lieber als als Krüppel in das ewige Leben einzugehen, als gesund mit unversehrten Beinen in die Hölle zu springen!
Nashi Dni #1750, 24. November 2001