George Washington kam nach Hause und dachte über das Geschehene nach. Er verurteilte sich selbst und erkannte, dass er beleidigende Worte benutzt hatte, die seinen Freund dazu brachten, ihn zu schlagen. Obwohl die Schuld bei beiden lag, war George für sein Verhalten verantwortlich. Schweren Herzens kam er zu dem Schluss, dass er seine Schuld vor seinem Freund so schnell wie möglich eingestehen musste. Am nächsten Tag ging er, um ihn zu treffen. Er fand ihn in Gesellschaft von Freunden. Als sie Washington kommen sahen, waren alle sicher, dass der Streit wieder aufflammen oder es zu einem Duell kommen würde. Doch zur allgemeinen Überraschung ging George Washington direkt auf den jungen Mann zu, reichte ihm die Hand und sagte: „Ich lag gestern falsch. Es tut mir leid und ich bitte um Verzeihung.“ Dieses freundliche und direkte Eingeständnis seiner Schuld und die Bitte um Vergebung riefen eine sofortige positive Reaktion hervor. Beide jungen Männer reichten sich freudig die Hände und wurden von da an lebenslange Freunde. Die Umstehenden waren äußerst überrascht und erfreut über den Ausgang des Streits. „Dieser Junge wird weit kommen und ein wahrer Mann... ein großer Mann... eines Tages werden“, sagte ein alter Herr, der Zeuge dieses Versöhnungsmoments war.
G. Mehonzeva, in: Nashi Dni Nr. 1814, 1. März 2003