Wie traurig klingt das Wort 'undankbar'. Undankbar gegenüber unserem Schöpfer und Erlöser für Seine Liebe, für Seine große Gnade! Der Mensch erhält so viel von Gott im materiellen und geistlichen Leben und zeigt in den meisten Fällen keine Dankbarkeit für all diese Gaben. Traurige Ereignisse im Alltag und unvergessliche biblische Fälle bestätigen dies lautstark und warnen uns davor, sie in unserem Leben zu wiederholen. Vor einigen Jahren rettete ein junger Mann in Kanada, ein guter Schwimmer, etwa zehn junge Menschen während eines Unglücks auf einem tiefen See. Unter Einsatz seines eigenen Lebens zog er sie nacheinander ans Ufer. Einige waren bereits bewusstlos. Er war erschöpft, völlig ausgepowert, aber er rettete alle. Wie viele Dankesworte erhielt der junge Retter an diesem Tag! Wie viele Küsse von den Eltern der geretteten Kinder! Die Zeitungen lobten den jungen Helden. Jahre vergingen. Er erkrankte schwer. Eine Zeitung berichtete kurz darüber und erinnerte an seinen Heldenmut in jungen Jahren. Er brauchte nun Trost, ein gutes Wort, Liebe... Doch nur eine einfühlsame Seele aus der Gruppe derer, die er einst bei dem Unfall auf dem See gerettet hatte, reagierte auf sein Unglück. Nur von ihr erhielt der kranke Held Briefe im Krankenhaus, wo er mit Bitterkeit im Herzen starb, wegen der Gleichgültigkeit der anderen. Dieser Fall entblößt das selbstsüchtige, undankbare menschliche Herz. Ist der Mensch nicht auch so gegenüber seinem göttlichen Erlöser? Wenn es uns Menschen schwerfällt, die Undankbarkeit derer zu ertragen, denen wir viel Liebe und Gutes erwiesen haben, wie viel tiefer empfindet dies der Herr? 'Da antwortete Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Warum sind sie nicht gekommen...' (Lukas 17). Wie oft haben wir uns selbst gerechtfertigt und sind nicht zu Gott im Gebet mit Dankbarkeit gekommen, mit Gaben für Sein heiliges Werk auf dieser Erde, wo alles so schnell vergeht?! Möge der 'Tag der Dankbarkeit' unter unserem Bruderbund wahrhaftig ein Tag der Anbetung des Herrn sein, der Anbetung dankbarer Herzen, die reich an Gaben für die Bedürftigen und für die Verbreitung des Heiligen Evangeliums sind! Und dann wird Freude in den Häusern und Kirchen sein und Jubel in dankbaren Herzen.
Nashi Dni #1749, 17. November 2001