Zwei Frauen reisten allein über den Atlantik. Es war eine stürmische Überfahrt, und die Seekrankheit und Angst ließen sie sich verzweifelt an die kleine Stewardess klammern, die sie pflegte. Sie war eine sanfte Schottin, etwas über das mittlere Alter hinaus, und da sie sich auch einsam fühlte auf dem großen, lauten Dampfer, wurde ihre Zunge durch ihre Freundlichkeit gelöst. Schon bald wussten sie alles über den Strickwarenladen, für den sie zwanzig Jahre in Glasgow gearbeitet hatte, und wie ein wunderbares Glück ihr die Chance auf diese Stelle gebracht hatte, und wie sie, wenn sie sie noch zwei Jahre behalten könnte, genug gespart hätte, um zu ihrer alten Mutter in die Highlands zurückzukehren und in Frieden auf ihrem kleinen Pächterstück bis ans Ende ihrer Tage zu leben. „Mutter hofft auch darauf. Es wird ein großer Trost sein“, sagte sie und beendete ihre Geschichte, ihre ernsten Augen leuchteten. „Ich bringe Ihnen jetzt Ihren Tee.“ Doch eine fremde Frau brachte den Tee. „Wo ist Jean?“, fragten sie ungeduldig. „Der Chefsteward hat sie in einen anderen Teil des Schiffes beordert“, war die Antwort. „Zwei Passagiere sind krank, und sie soll sie pflegen.“ „Sie können sie nicht so sehr brauchen wie wir“, murrten die Amerikaner; aber Jean kam nicht wieder.
Rev. Louis Albert Banks