Beim Spaziergang durch einen Park kam ich an einer massiven Eiche vorbei. Eine Ranke war an ihrem Stamm hochgewachsen. Die Ranke begann klein – nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste. Doch im Laufe der Jahre war die Ranke immer höher gewachsen. Als ich vorbeikam, war die gesamte untere Hälfte des Baumes von den Schlingpflanzen der Ranke bedeckt. Die Masse der winzigen Fühler war so dicht, dass der Baum aussah, als hätte er unzählige Vogelnester in sich.
Nun war der Baum in Gefahr. Diese riesige, solide Eiche wurde buchstäblich übernommen; das Leben wurde aus ihr herausgepresst.
Aber die Gärtner in diesem Park hatten die Gefahr erkannt. Sie hatten eine Säge genommen und den Stamm der Ranke durchtrennt – ein sauberer Schnitt in der Mitte. Die verworrene Masse der Ranken klammerte sich noch immer an die Eiche, aber die Ranke war nun tot. Das würde mit der Zeit deutlich werden, wenn die Wochen vergingen und die Schlingpflanzen begannen zu sterben und vom Baum abzufallen.
Wie leicht ist es für die Sünde, die so klein und scheinbar unbedeutend beginnt, zu wachsen, bis sie einen erdrückenden Griff auf unser Leben hat.
Und doch hat Christi Tod die Macht der Sünde durchtrennt. Ja, die „Schlingpflanzen“ der Sünde klammern sich noch und haben einige Auswirkungen. Aber die Macht der Sünde ist durch Christus durchtrennt, und allmählich trocknet der Griff der Sünde aus und fällt ab.
J. Alistair Brown