Dank Jesus Christus gibt es eine Verbindung zwischen dem Thron Gottes und jeder Seele. Es ist möglich, eine Botschaft dorthin, in die Gegenwart Gottes, zu senden. Dies ist kein formelles Gebet, bei dem ein müder und schläfriger Mensch gewohnheitsmäßig die Worte eines kurzen Gebets wiederholt, sondern ein langes und eifriges Gebet, bei dem die Seele in großem Flehen zu Gott strebt. Menschen des Gebets sind Menschen der Kraft. Schaut auf das Leben derer, die große Taten für Gott vollbracht haben, die erfolgreiche Seelengewinner waren, und ihr werdet feststellen, dass sie ihre Kraft aus der Gemeinschaft mit Gott an einem geheimen Ort schöpften. John Wesley hatte ein 'Gebetszimmer', in dem er sich mit dem Allmächtigen verband, bevor er zu den Menschen sprach. Auf der ersten Seite seines Tagebuchs schrieb er folgendes Versprechen: 'Ich entscheide mich, morgens und abends je eine Stunde für das persönliche Gebet zu widmen, ungeachtet dessen, und von Angesicht zu Angesicht mit Gott zu sprechen.' Bei einem Brand in der Farwell Hall in Chicago, als Moody seine Gemeinde zusammen mit einem Großteil seines persönlichen Besitzes verlor, reiste er mit dem Gefühl nach New York, als wäre sein Leben in zwei Hälften zerbrochen. Im Zug betete er, dass Gott ihm Kraft für große Taten geben möge. Sein Gebet war: 'Mache mich bereit, o Herr! Am Tag der Offenbarung Deiner Kraft mache mich bereit, alles anzunehmen, was Du mir auferlegen möchtest!' In einem Zimmer des alten Metropolitan Hotels betete er dasselbe Gebet, kniete auf dem Boden und rief: 'O Herr, bereite mich vor, stark im Dienst zu sein, den Du von mir wünschst!' Am Abend kam ein Freund zu ihm. Moody stand noch mit erhobenen, tränengefüllten Augen und sprach leise mit gebrochener Stimme: 'O Herr, halte nun Deine Hand zurück: es ist genug, nicht mehr!' Sein Gebet wurde erhört. Gott sättigte seine hungrige Seele, erfüllte ihn mit Kraft. Und als Moody das wunderbare Werk der Evangelisation in Europa und Afrika begann, kamen die Seelen zu Christus, wie Tauben, die zu ihren Nestern fliegen. Jemand schrieb über das Gebet: 'Gebet war die Gewohnheit aller Heiligen, deren Geschichte wir in der Heiligen Schrift finden.' Genau das tat Jakob, als er Angst vor seinem Bruder Esau hatte. David betete, als er in Gefahr war. Hiskia rief zu Gott, als er einen drohenden Brief von Sanherib erhielt. Die Gemeinde in Jerusalem betete, als Petrus ins Gefängnis geworfen wurde. Das tat Paulus, als er in Philippi ins Gefängnis geworfen wurde. Unzählige Fälle, die in der Heiligen Schrift beschrieben sind, zeigen die Kraft des Gebets.
Nashi Dni Nr. 1807, 11. Januar 2003