Wenn man auf dem Land aufwächst, gehört die Jagd einfach zum Erwachsenwerden dazu. Jahrelang genoss ich es, meine Gewehre und etwas Proviant zu packen und in die Wälder zu ziehen. Noch mehr als die Jagd selbst genoss ich die Art und Weise, wie diese Ausflüge meine Freundschaften vertieften, während wir tagsüber jagten und abends lange am Lagerfeuer sprachen. Als mich ein alter Freund kürzlich einlud, einige dieser Tage wieder aufleben zu lassen, konnte ich die Gelegenheit nicht ausschlagen. Wochenlang vor dem Ausflug hatte ich Zeit investiert, um meine Ausrüstung aufzurüsten und mein Gewehr einzuschießen. Als der Tag kam, war ich bereit für die Jagd. Was ich nicht erwartet hatte, war das, was mein enger Freund Tom mir in der ersten Nacht auf dem Pfad erzählte.
Ich genoss immer die Zeit, die ich mit Tom verbrachte. Er war ein Leiter in seiner Kirche geworden, und seine warme und freundliche Art hatte ihm auch im Geschäftsleben viele Erfolge beschert. Er hatte eine liebenswerte Frau, und obwohl ich wusste, dass sie in ihrer Ehe einige holprige Wege hinter sich hatten, schien jetzt alles stabil und wachsend zu sein. Toms Kinder, zwei Töchter und ein Sohn, kämpften in der Junior High und High School mit den üblichen Problemen von Gruppenzwang und Akzeptanz. Als wir in die Berge fuhren, konnte ich spüren, dass etwas Großes an Toms Herz nagte. Sein normalerweise sprudelnder Stil war von einem überwältigenden inneren Schmerz überschattet. Normalerweise ging Tom Probleme mit derselben Entschlossenheit an, die ihn im Geschäftsleben erfolgreich gemacht hatte. Jetzt sah ich ihn mit etwas ringen, das ihn zu Boden geworfen zu haben schien. Schweigen hat eine eigene Sprache. Den ganzen Tag und bis in den Abend hinein ließ Tom seine Wortlosigkeit seine innere Unruhe ausdrücken. Schließlich, am Lagerfeuer der ersten Nacht, öffnete er sich.
Das Szenario, das Tom schilderte, war ärgerlich vertraut. Ich hatte es schon oft in den Leben vieler anderer Menschen gehört. Aber die Details schienen so im Widerspruch zu dem Leben zu stehen, das Tom und seine Frau führten und den Glauben, den sie vertraten. Seine älteste Tochter hatte sich an einen Jungen in der Schule gebunden. Kurz nachdem sie zusammengekommen waren, wurden sie sexuell aktiv. Innerhalb von zwei Monaten war sie schwanger. Toms Frau entdeckte die Wahrheit, als ein Paket von Planned Parenthood mit der Adresse ihrer Tochter in der Post war. Als sie damit konfrontiert wurde, gab das Mädchen zu, dass sie es angefordert hatte, als sie in die Klinik ging, um herauszufinden, ob sie schwanger war. Wenn wir die Anzahl der Mädchen zusammenzählen würden, die in den letzten zweihundert Jahren unserer Landesgeschichte unehelich schwanger geworden sind, würde die Gesamtzahl in die Millionen gehen. Unzählige Eltern haben im Laufe der Jahre die verheerende Nachricht erhalten. Mitglied einer so großen Bruderschaft der Geschichte zu sein, mildert jedoch nicht die Schwere des Schlags auf dein Herz, wenn du entdeckst, dass es deine Tochter ist.
Tom teilte die Demütigung, die er erlebte, als er erkannte, dass all seine Lehren und sein Vorbild ignoriert worden waren. Jahre geistlicher Erziehung waren beiseite geschoben worden. Sein Magen drehte sich um, als er die emotionale Qual erneut durchlebte, zu wissen, dass das kleine Mädchen, das er und seine Frau so sehr liebten, eine Entscheidung getroffen hatte, die ihr Herz dauerhaft gezeichnet hatte.
In meinem Dienst werde ich häufig mit diesen Problemen konfrontiert und habe festgestellt, dass das Verweilen bei der promiskuitiven Tat die Dinge nur verschlimmert. Ich bete zu einem Gott der Vergebung und Lösungen, und in diesem Moment unseres Gesprächs war ich begierig darauf, mich der Hoffnung und Heilung zuzuwenden.
Ich fragte Tom, was sie beschlossen hatten zu tun. Würden sie das Baby behalten oder zur Adoption freigeben? Da brachte er den Schlag. Mit dem Feuer, das langsam niederbrannte, machte Tom eine lange Pause, bevor er antwortete. Und selbst als er sprach, sah er mir nicht in die Augen.
"Wir haben die Alternativen in Betracht gezogen, Tim. Alle Optionen abgewogen." Er holte tief Luft. "Wir haben schließlich einen Termin in der Abtreibungsklinik gemacht. Ich habe sie selbst dorthin gebracht."
Ich ließ den Stock fallen, mit dem ich die Kohlen gestochert hatte, und starrte Tom an. Außer dem Wind in den Bäumen und dem Knistern unseres Feuers war es lange Zeit still.
Quelle unbekannt