Nehmen wir zum Beispiel Malchus. Er war ein Diener des Hohepriesters und arbeitete still und friedlich im Garten. Doch dieser nächtliche Rundgang hätte für ihn der letzte sein können. Das Licht der Fackeln reichte kaum aus, um das Aufblitzen eines Schwertes zu erkennen, und... Malchus schaffte es rechtzeitig zur Seite zu springen, was ihm den Kopf rettete, aber nicht das Ohr. Die Zurechtweisung Petrus’ und die heilende Berührung an Malchus – und das Ereignis wurde Teil der Geschichte. Geschichte ist Geschichte – nur nicht für Malchus. Wäre der Blutstropfen auf dem Umhang nicht gewesen, hätte er am Morgen aufwachen und allen erzählen können, welch schrecklicher Albtraum ihm in der Nacht erschienen war. Manche glauben, dass Malchus später zu den Gläubigen in Jerusalem gehörte. Das wissen wir nicht mit Sicherheit, doch eines wissen wir gewiss: Von jener Nacht an hätte Malchus, wann immer er Gespräche über den Zimmermann hörte, der von den Toten auferstanden war, nicht gespottet. Wenn er sich an sein Ohrläppchen gefasst hätte, dann hätte er gewusst, dass es möglich ist.
Nashi Dni