Es war vier Tage vor Weihnachten... Menschenmassen eilten wie verrückt durch alle Etagen des Geschäfts; Einkaufswagen, vollgestopft mit glänzenden Schachteln und Tüten, drohten mich jeden Moment umzuwerfen... Als ich zur Kasse kam, war mein Korb bereits randvoll. Vor mir in der Schlange standen etwa zwanzig Leute, darunter ein Junge in zerrissenen Turnschuhen und einer abgetragenen Jacke. In seiner Hand hielt er ein paar zerknitterte Dollar. Neben ihm war ein Mädchen, vermutlich seine Schwester, deren Locken dringend die Dienste eines Friseurs benötigten. Ihr Haar war so verfilzt, dass kein Kamm damit fertig werden konnte. Das Mädchen war nicht besser gekleidet als ihr Bruder. Dennoch war sie fast glücklich und summte etwas, schrecklich falsch, zur Musik, die im Laden spielte. In ihren Händen hielt das Mädchen sehr behutsam, wie einen großen Schatz, ein Paar goldene Schuhe. Als die Kinder zur Kasse kamen, ertönte ein Klingeln und Klopfen: „Das macht sechs neunzig“, sagte die Kassiererin. Der Junge wurde nervös, legte seine zerknitterten Geldscheine auf den Teller und sagte aufgeregt: „Hier sind drei zwölf. Können wir den Rest nach Weihnachten bringen?“ „Nein“, kam die trockene Antwort, „der Laden verkauft nicht auf Kredit.“ Das Mädchen drückte die Schuhe an sich und weinte, dann sagte sie: „Aber dem Heiland ist es lieb, dass wir diese Schuhe kaufen.“ „Heul nicht“, warf ihr Bruder kurz zu. Seine Lippen waren fest zusammengepresst und seine Augen funkelten. „Komm, lass uns gehen.“ Da konnte ich nicht anders und legte die fehlenden drei Dollar auf die Theke. Die Kinder hatten so lange in der Schlange gestanden, und schließlich war Weihnachten vor der Tür – lasst sie sich freuen. Die Kinder erstarrten, unfähig, ihr Glück zu fassen. Die Kassiererin zog den Beleg durch. Ich bezahlte meine Einkäufe und fragte, um die Kinder wieder ins Leben zurückzuholen, mit einem Lächeln: „Warum denkt ihr, dass Jesus diese Schuhe braucht?“ Der Junge antwortete: „Unsere Mutter ist sehr krank. Man sagt, dass sie bald in den Himmel kommt. Und der Lehrer in der Sonntagsschule sagte, dass dort im Himmel alles sonnig und golden ist. Also soll auch Mama schön sein, wenn sie den Heiland trifft...“ Ich stand da, vergaß meinen Korb voller sinnloser Geschenke, schwieg und versuchte, nicht auf die goldenen Schuhe zu schauen, die das Mädchen immer noch fest an ihre Brust drückte, um nicht zu weinen. Schließlich sagte ich leise: „Ja, sie wird schön sein.“
John Carey, in: Nashi Dni