Es wird erzählt, dass in alten Zeiten eine erstaunliche Familie lebte. Sie bestand aus hundert Personen und bewohnte ein ganzes Dorf. Der Ruhm dieser Familie erreichte den König, und er beschloss, sie selbst zu besuchen. Als der König sich davon überzeugte, dass der Ruf ihrer Friedfertigkeit nicht übertrieben war, fragte er den Familienoberhaupt, wie es ihnen gelang, zusammenzuleben, ohne sich jemals zu streiten oder zu beleidigen. Der alte Mann nahm ein Blatt Papier und schrieb lange darauf. Nachdem er es vollgeschrieben hatte, reichte er es dem König. Dieser überflog das Blatt mit den Augen und stellte überrascht fest, dass darauf viele Male geschrieben stand: „Liebe, Vergebung, Geduld“, und am Ende stand noch einmal: „100 Mal Liebe, 100 Mal Vergebung, 100 Mal Geduld“. Das Reich Gottes können wir ohne Gott nicht erschaffen, aber wir können den Menschen etwas Gutes bringen, wenn wir sie lieben, ihnen vergeben und geduldig mit ihnen umgehen. Dazu sind wir berufen.
Nashi Dni #1752, 8. Dezember 2001