Ein Mann kehrt fröhlich nach Hause zurück, seinen Wochenlohn in der Tasche, und denkt daran, wie er seine Frau erfreuen wird, wenn er ihn ihr übergibt. Als er die Tür erreicht, eilt seine Frau herbei. Ein besorgter Ausdruck liegt auf ihrem Gesicht. Er fragt: „Mary, was ist passiert?“ „Oh“, sagt sie, „John, die kleine Minnie ist sehr krank. Sie hat hohes Fieber. Du weißt, dass sie um die Ecke Scharlach haben. Ich fürchte, sie hat es.“ Er eilt hinein, legt seine Hand auf die fiebrige Stirn, schaut auf die trockenen Lippen und die seltsam aussehende Haut. Er sagt: „Mary, du hast recht; sie hat Scharlach.“ Er setzt sich niedergeschlagen hin. Er hat keinen Ort, wohin er sich wenden kann, denn ein gottloser Mann kann sich nicht an Gott wenden. Der andere Mann – der christliche Mann – geht nach Hause. Seine Frau trifft ihn an der Tür. Er sieht einen ernsten Ausdruck in ihrem Gesicht. Er stellt dieselbe Frage und erhält dieselbe Antwort bis zu einem gewissen Punkt – dass sie befürchtet, die kleine Tochter habe Scharlach. Er geht hinein, legt seine Hand auf die fiebrige Stirn, schaut auf die Symptome und sieht zweifelsfrei, dass sein kleines Kind die schreckliche Krankheit hat. Er sagt: „Mary, sie hat Scharlach, aber wir glauben an einen Gott, der Gebete erhört, und ich glaube, dass, wenn wir beten, Er unser Kind aufrichten wird. Aber wenn Er in Seiner unendlichen Weisheit sieht, dass es richtig ist, sie von uns zu nehmen, haben wir sie als Christin erzogen, und für sie zu sterben wird einfach bedeuten, zu gehen und bei Christus zu sein, wo wir sie wiedersehen werden.“ Er öffnet seine Bibel und liest Psalm 50,15: „Rufe mich an am Tag der Not: Ich will dich erretten, und du sollst mich verherrlichen.“ Er kniet nieder und betet; steht auf und öffnet seine Bibel erneut bei Johannes 14,1 und liest: „Euer Herz erschrecke nicht: Glaubt an Gott und glaubt an mich. In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.“
R. A. TORREY, D.D., Anecdotes and Illustrations