Bob Sheffey wurde 1820 am Unabhängigkeitstag geboren. Nach dem Tod seiner Mutter nahm ihn seine Tante in Abingdon, Virginia, auf. Dort fand er mit neunzehn Jahren zum Herrn. Er fühlte sich zum Predigen berufen, verließ das College und zog als wandernder Prediger durch die Berge Virginias, um den Menschen die Frohe Botschaft zu bringen.
Doch er tat dies auf ungewöhnliche Weise. Einmal wurde er in ein Haus am Wolf Creek gerufen. Er hatte zuvor versucht, die dort lebende Familie zu Christus zu führen, jedoch ohne Erfolg. Diesmal war es anders. Ein Familienmitglied war von einer Klapperschlange gebissen worden, und die Hoffnung auf Genesung war gering.
Als Sheffey das Haus betrat, fiel er auf die Knie und rief: „O Herr, wie dankbar sind wir Dir für die Klapperschlangen. Wäre da nicht diese giftige Schlange gewesen, hätten diese Menschen nicht zu Dir gerufen. Sende noch eine Schlange für Bill, eine weitere für John und die größte Schlange, um den alten Mann zu beißen!“
Er war bekannt für solche Gebete. Ein Bekannter sagte über ihn: „Bruder Sheffey war der mächtigste Beter, von dem ich je gehört habe, aber predigen konnte er überhaupt nicht.“
Einmal traf er in den Bergen auf Schwarzbrenner, stieg von seinem Pferd, kniete nieder und betete lange, dass Gott die Brennapparate „in Stücke schlagen“ möge. Dann stand er auf, klopfte sich die Knie ab und setzte seinen Weg fort. Kurz darauf fiel ein riesiger Baum auf die Hütte mit der Brennausrüstung und zerstörte sie. Der Besitzer baute die Anlage wieder auf, aber Sheffey betete erneut. Diesmal brachte eine unerklärliche Flut das Werk zu Ende.
Seine Gebete waren aufrichtig, einfach und sehr bodenständig, selbst bei gewöhnlichen Gebeten wie dem Dank für das Essen. Einmal luden ihn Nachbarn zum Essen ein und baten ihn, am Tisch zu beten. Sheffey, der gebackene Äpfel in Hühnern sehr liebte, sagte: „Herr, wir danken Dir für diese gute Frau, wir danken Dir für dieses gute Essen, aber es wäre besser, wenn in den Hühnern gebackene Äpfel wären. Amen.“
Die ungewöhnlichen Gebete von Bob Sheffey, dem „ungewöhnlichen Prediger“, und seine einfachen Predigten halfen vielen Bergbewohnern, in das Reich Gottes einzutreten.
Nashi Dni Nr. 1865, 6. März 2004