Er lag in der Wüste und starb vor Durst. Um ihn herum waren die flirrenden Sande der Wüste. Wie er hierhergekommen war, wusste er nicht, denn er war gerade erst zu sich gekommen. Er hatte keine Kraft, zu dem in der Nähe plätschernden Bewässerungsgraben zu kriechen. Er konnte ihn nicht sehen, aber deutlich hören. Mit seinen letzten Kräften schaffte er es, noch ein paar Meter voranzukommen, und plötzlich sah er nicht den Bewässerungsgraben, sondern einen großen Bach, der über glatte Kiesel rollte. Noch ein paar Meter – und er wäre gerettet! Seine Kräfte verzehnfachten sich, und er schaffte noch ein paar Meter. Er war fest davon überzeugt, dass er das lang ersehnte lebensspendende Wasser erreichen würde. Er versuchte, keine Kraft darauf zu verschwenden, den Kopf zu heben, und kratzte sein Gesicht am Sand, als er fast das begehrte Wasser erreicht hatte. Doch plötzlich spürte er, dass etwas Schweres auf seine Hand fiel. Er hob den Kopf und sah mit Schrecken einen mongolischen Krieger in leichter Kriegsrüstung, dessen Saffianstiefel auf seiner Hand stand. In seiner Hand hielt er ein gezücktes Schwert, auf seinem Gesicht war ein grausames, blutrünstiges Lächeln, das Raubtierzähne entblößte. Der Krieger hielt das Schwert mit beiden Händen für einen mächtigeren Schlag. Der Mann auf dem Boden wollte vor Entsetzen schreien, aber ihm blieb die Luft weg. Aus seiner ausgetrockneten Kehle kam nicht einmal ein schwacher Laut, und in seinem Kopf blitzte es: „Gott, wenn Du existierst, dann rette mich, und ich verspreche, dass ich Dir den Rest meines Lebens dienen und Deine Taten preisen werde!“ Und sofort hörte er wie eine Antwort: „Gut, wir werden sehen.“ „Gelobt seist Du, Herr!“ sagte der Mann. „Dein Gott wird dir nicht helfen, aber wenn du einen hast, dann geh zu ihm“, und der Mongole schlug mit einem kriegerischen Schrei mit aller Kraft zu... Der Mann wachte schweißgebadet auf, sein Herz schlug heftig. Seine Frau, die neben ihm lag, rüttelte ihn: „Was ist mit dir? Du bist fast gestorben! Du hast erstickt, als du mit dem Gesicht im Kissen lagst, und geröchelt. Ich habe dich mit Mühe umgedreht und denke, dass nur Gott dich gerettet hat.“ „Puh! So ein Unsinn kann nur im Traum passieren!“ murmelte der undankbare Mann und vergaß das Ende des Traums.
Nikolai Doroschenko, in: Nashi Dni