Einst ließ sich ein riesiger Adler auf einer Eisscholle nieder, um einen Vogel zu ergreifen, der daran festgefroren war. Diese Eisscholle trieb auf einen Wasserfall zu. Von Zeit zu Zeit hob der Adler stolz seinen Kopf, als wolle er sagen: „Ja, ich treibe auf die Gefahr zu, aber ich weiß, was ich tue. Ich werde rechtzeitig auffliegen.“ Doch als er bereits über dem Rand des Wasserfalls war, breitete er seine mächtigen Flügel aus und wollte zum Flug ansetzen, aber leider waren seine Füße inzwischen am Eis festgefroren. Er schrie und schlug mit den Flügeln auf das Eis ein, bis ihn der schwarze Abgrund des Wasserfalls verschlang. Welch anschauliches Beispiel für den Sünder, der sich mit seiner 'Beute' beschäftigt und denkt, er könne aufhören, wann immer es nötig sei. Welch ein Irrtum! Was man zur rechten Zeit nicht schafft, wird man niemals in der dunklen Nacht vollbringen können!
Nashi Dni #1751, 1. Dezember 2001