So spreche ich immer über Menschen, die mit einem poetischen Talent gesegnet sind, aber die Liebe Gottes und den Sinn des Lebens nicht kennen oder, was noch schlimmer ist, Gott kühn herausfordern.
Majakowski schrieb: „Hey, ihr Himmel! Zieht den Hut ab – ich komme!“ Er ging, ging ... stolperte: schoss sich eine Kugel in die Stirn. Doch der Himmel zog den Hut nicht vor dem lauten Dichter, der seinen Schöpfer verworfen hatte.
Der Himmel wird den Hut nicht vor menschlichem Stolz ziehen, vor niemandem wird er den Hut ziehen. Seine Majestät, der Himmel, erfreut nur diejenigen, die, auf Erden lebend, Gott für seine Gaben danken und, indem sie sie besingen, ihrem Schöpfer und Erlöser den ersten Platz im Herzen einräumen.
In meinen Studienjahren war Majakowski einer meiner Götzen. Seine Gedichte las ich bei Literaturabenden. Doch nach einiger Zeit sah ich, dass mein „König nackt war“, und schämte mich.
Majakowski schritt mit großen Schritten durch Moskau, schwenkte seinen Stock gen Himmel, brüllte, verkündete ein kommendes Paradies auf Erden ohne Gott, wollte dann aber nicht auf dieses Paradies warten und ging freiwillig in die Hölle – er nahm sich nach dem Vorbild Jessenins das Leben. Und doch schrieb er ihm ganz недавно: Für Freude ist unser Planet zu schlecht ausgestattet: Man muss die Freude aus den kommenden Tagen reißen. In diesem Leben zu sterben ist nicht schwer, Das Leben zu gestalten ist viel schwieriger.
Es gelang ihm nicht, die Freude aus den kommenden Tagen zu reißen, denn wahre Freude ist untrennbar von der Liebe Gottes, gegen die er Krieg führte. Ohne die Liebe Gottes gibt es Enttäuschung und Verzweiflung, und dann – die Schlinge oder die Kugel.
Denselben Weg ging auch A. Fadejew, der Vorsitzende des sowjetischen Schriftstellerverbandes, der, ob freiwillig oder unfreiwillig, zur Verbannung einiger „nicht mit der Epoche im Einklang stehender“ Schriftsteller beitrug. In den kommenden Tagen sah er nicht Freude, sondern einen Albtraum und begann, im Rausch zu trinken.
In alkoholischer Raserei hielt er sich eine Pistole an die Schläfe, und sein Talent und seine regen Hoffnungen flogen kopfüber davon. Das Volk erfuhr nie, was in den Abschiedsbriefen des Opfers des Atheismus geschrieben stand. Aber es gab Briefe!
Nichts dergleichen wäre geschehen, wenn diese talentierten Menschen ihr Gesicht Gott zugewandt hätten.
Nashi Dni Nr. 1859, 24. Januar 2004