Am Ufer des Ozeans beobachtete ich lange ein kleines Insekt, das versuchte, aus einer Mulde im Sand zu entkommen. Ein zufällig getretener Fuß hatte für es ein schweres Hindernis geschaffen, das es zu überwinden suchte. Jedes Mal, wenn es begann, den steilen Abhang zu erklimmen, fand es sich nach wenigen Augenblicken wieder am Grund der Mulde. Zudem wehte ein starker Wind, der das Insekt jedes Mal, wenn es versuchte, der Falle zu entkommen, gnadenlos wie eine Feder auf den Rücken drehte. Dann ruderte es lange hilflos mit seinen Beinchen in der Luft, drehte sich schließlich um, aber leider lag es wieder ganz unten und begann den Versuch von Neuem. Manchmal schien es, als würde noch eine kleine Anstrengung ausreichen, um das ersehnte Ziel zu erreichen. Doch dann kam ein Windstoß, und das Insekt kämpfte erneut auf dem Grund der Mulde vergeblich mit seinen Beinchen. Neben ihm gab es einen anderen Weg, der zwar länger, aber sanfter war, geschützt von kleinen Dünen vor dem Wind. Das Insekt aber wollte keineswegs diesen Weg gehen. Der kurze, aber unüberwindbar scheinende Pfad erschien ihm der einzige zu sein! Da dachte ich darüber nach: Ist es nicht oft genauso mit uns? Christen verwerfen manchmal den Weg, den viele Pilger vor uns gingen, unsere Eltern, und versuchen, auf neuen, steilen, oft unerprobten Wegen zu steigen. Dabei leiden sie oft bittere Niederlagen. Die Winde pfeifen stärker auf steilen Pässen und werfen die Mutigen wie einen Holzsplitter in die tiefste Kluft. Doch nachdem die Wunden verheilt sind, gehen die Menschen wieder denselben gefährlichen Weg. Und der Feind freut sich darüber. Er kann lange und grausam über uns spotten. Dabei müssen wir nur den alten, ausgetretenen Weg gehen, den Christus zuerst beschritt und dem viele Generationen folgten. Doch leider braucht es oft viel Zeit, um das zu erkennen.
Alexander Savchenko, in: Nashi Dni Nr. 1770, 13. April 2002