Die Reinigung der Wohnung war abgeschlossen. Ich freute mich darauf, mich an meinen Schreibtisch zu setzen, als plötzlich etwas geschah, das mir das Leben für eine Weile vergällte: Ein heller Sonnenstrahl drang in den Raum ein, und in diesem Strahl sah ich Myriaden von Staubpartikeln. Die ganze Luft war von ihnen erfüllt. In dem Raum, der eine Minute zuvor so sauber schien, begann ich zu ersticken. Ich erkannte, dass ich bei jedem Atemzug Myriaden von Mikroben verschluckte, vielleicht sogar tödliche... So plötzlich, wie er hereingebrochen war, verschwand der helle Strahl auch wieder. Offenbar war die Sonne hinter einer Wolke verschwunden. Der Raum nahm wieder ein gemütliches, einladendes Aussehen an. Keine Mikroben, kein Staub waren mehr zu sehen. Die Luft war sauber und klar wie zuvor. Gut, dass die Sonne sich versteckte, und mit ihr verschwand die unangenehme Wirklichkeit... Dem Menschen erscheint sein Leben sauber, ordentlich und sogar gemütlich, solange er fern von Gott lebt. Doch sobald irgendwie, unversehens, ein Strahl von Gottes Licht in sein Herz dringt, erschrickt der Mensch: Sein ganzes Leben erweist sich als von Sünde erfüllt. Der Mensch scheint vor dem Bewusstsein seiner Verdorbenheit zu ersticken. Was ist da zu tun? Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder das Licht Gottes vertreiben, es in sich selbst ersticken, wie es die Juden taten, und die Quelle des Lichts erneut ans Kreuz nageln, oder die Sünde durch aufrichtige Buße und den Glauben an die reinigende Kraft des Blutes Christi vertreiben. Welchen Weg wirst du wählen? „Rette mich, Gott, denn das Wasser reicht mir bis an die Seele. Ich versinke im tiefen Schlamm und habe keinen festen Stand... Ich habe fest auf den Herrn gehofft, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. Er zog mich aus dem schrecklichen Abgrund, aus dem schlammigen Sumpf und stellte meine Füße auf einen Felsen und festigte meine Schritte; und er legte ein neues Lied in meinen Mund: ein Lob für Gott“ (Ps. 68). Gottes Licht deckt nicht nur die Sünde auf, sondern heilt sie auch: „Für alle, die meinen Namen fürchten, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen.
Nashi Dni Nr. 1760, 2. Februar 2002