Eines Tages, als ich den Weg fegte, raste die 4-jährige Melissa an mir vorbei. Bevor ich rufen konnte: „Vorsicht!“, lag sie schon auf dem Asphalt. Tränen strömten aus ihren Augen. Ich versuchte, sie zu trösten, aber vergeblich! Da kam ihr kleiner Bruder angerannt, umarmte sie mit seinen kleinen Ärmchen und weinte laut mit. Ihm tat nichts weh, aber die Tränen seiner Schwester brachten ihn zum Weinen. Melissa hörte auf zu weinen und begann schnell, ihren kleinen Tröster zu küssen. Niemand hätte Melissa so trösten können wie ihr Bruder. Tränen versiegen auch schnell bei Kindern, wenn sie zur Mutter laufen und sich an ihre Knie schmiegen. Sie wissen, dass die Mutter sie liebt und sich um sie sorgt. Die Liebe der Mutter und die Tränen der Umstehenden sind Balsam für trauernde Kinder. Unsere Liebe und Tränen werden ein wirksamer Balsam für diejenigen sein, die Kummer und Leid erfahren. Wir sollen mit den Weinenden weinen. Um sie zu trösten, müssen wir ihren Schmerz selbst nachempfinden!
Nashi Dni Nr. 1757, 12. Januar 2002