Im Jahr 1962 besuchte Nikita Chruschtschow, der Premier der Sowjetunion, die USA. Ich erinnere mich an seine Rede bei der UNO, wo er mit seinem Schuh auf das Pult schlug und damit drohte, Amerika zu begraben. Doch bald darauf begruben ihn seine eigenen Kollegen. So ist die Welt. Mit dem Zug reiste er mit seiner Frau und seinem Gefolge durch ganz Amerika. In San Francisco, während eines Besuchs am Hafen, wurde ihm eine Yachtfahrt angeboten, um die schöne Stadt vom Meer aus zu bewundern. Plötzlich verschwand Nikita Sergejewitsch unerwartet. Die Verwaltung hatte es nicht bemerkt. Auf der Suche nach Popularität fand er sich unter den amerikanischen Arbeitern wieder – Hafenarbeitern, die ihre eigenen Häuser und Autos hatten. Als man Chruschtschow in dieser Gesellschaft fand, hatte er bereits seinen Filzhut gegen eine Segeltuchkappe eingetauscht. Natürlich für die Werbung. Später kaufte ein Antiquitätengeschäft diesen Hut für 2000 Dollar. Der Arbeiter verlangte 5000, aber niemand bot mehr. Die Suche nach Popularität ist ein charakteristisches Merkmal aller Weltführer. Doch gilt das nur für Weltführer? Als unser Herr Jerusalem besuchte, suchte er nicht nach Popularität unter den Menschen. Er brauchte keine Werbung. Als er nach Jerusalem kam, verschwand er plötzlich aus dem Blickfeld der Jünger und fand sich am Teich Bethesda wieder, um dort Werke der Barmherzigkeit zu vollbringen und den unglücklichsten Kranken zu heilen, der 38 Jahre lang gelähmt war. Lesen Sie darüber im 5. Kapitel des Johannesevangeliums. Christus war und ist nicht nur der gute Hirte und Retter unserer Seelen, sondern auch der himmlische Arzt. Er ist immer, zu jeder Zeit und an jedem Ort bereit, einem kranken Menschen an Seele und Körper zu helfen. Und wir alle sind an einer Krankheit erkrankt, deren Name Sünde ist. Diese unheilbare Krankheit kann nur geheilt werden. Wir alle sind Sünder und bedürfen der Barmherzigkeit Gottes, seiner wunderbaren Berührung, der Heilung von der Macht der Sünde. Deshalb gehen wir in die Kirche zum Gottesdienst, wie in ein Krankenhaus. Wir bringen alle unsere Schmerzen, Wunden und Leiden, all unsere „Gebrechen“, geistliche und körperliche, zu den Füßen des Herrn und bitten um seine Heilung durch die gnadenvolle Wirkung des Heiligen Geistes. Seine Barmherzigkeit gegenüber dem Menschen ist unerschöpflich. Unsere irdischen Führer, die nach Popularität suchen, versprechen viel, tun aber wenig, denn sie sind nur Menschen, die denselben Gebrechen unterliegen wie wir, einfache Sterbliche. Nicht von ihnen sollten wir Heilung erwarten, sondern vom himmlischen Arzt. Seine Sprechstunden sind rund um die Uhr.
N. Vodnevski, in: Nashi Dni Nr. 1757, 12. Januar 2002