Ich schlenderte langsam durch die Ausstellung. Nichts hatte bisher meine Aufmerksamkeit erregt. Plötzlich reichte mir eine Verkäuferin einen kleinen glänzenden Gegenstand mit den Worten: „Möchten Sie einen Blick darauf werfen?“ Es war ein Mikroskop, durch das man die kleinsten Dinge vergrößert sehen konnte. Unter diesem Glas befand sich ein winziger Haufen Mehl, der mit bloßem Auge kaum zu erkennen war. Das Mehl war verfault, und darin wimmelten Hunderte von Insekten. Etwas berührte mein Herz. Was, wenn Gott mit seinem allsehenden Auge in deine Seele blickt und alles vor ihm offen liegt? Wird er nicht auch sehen, dass in der Tiefe deines Herzens alles verfault ist? Was nützt dir dein Stolz, deine Eitelkeit und all deine Bemühungen, vor den Menschen gut, edel und aufrichtig zu erscheinen? Vor Gott kannst du dich nicht verstellen. Er dringt in die Tiefe deiner sündigen Gedanken und Gefühle ein, und eines Tages wird er dir das offenbaren, was du so sorgfältig vor den Menschen verbirgst. Und beim schrecklichen Gericht wirst du dich von den Lumpen trennen müssen, die dich bedecken, und du wirst in deiner ganzen Blöße dastehen. Womit wirst du dich dann rühmen? Suche rechtzeitig Zuflucht im Blut Christi und in seiner Rechtfertigung. In ihm wirst du mit dem Gewand der Gerechtigkeit bekleidet; deine Sünden werden von ihm bedeckt, und er wird dich zur ewigen Erlösung führen.
Quelle unbekannt