Ein junger Musiker spielte auf der Bühne, während sein Blick stets nach oben gerichtet war. Die Zuschauer waren verwundert über sein seltsames Verhalten. Ein Kritiker in der ersten Reihe fragte sich, warum der Musiker so unempfänglich für den Applaus war und ständig nach oben schaute. Auf dem Weg nach draußen fand der Kritiker die Erklärung: Auf dem obersten Balkon saß der alte Lehrer des Musikers und schaute über das Geländer auf seinen jungen Schüler. Mit einem Nicken und einem Lächeln schien er zu sagen: „Du spielst sehr gut, mein Junge, mach weiter so!“ Der Geiger spielte weiter, ohne auf die Reaktionen des Publikums zu achten. Sein Blick war nur nach oben gerichtet. Er spielte nur, um seinem Lehrer, seinem Mentor, seinem Ziehvater zu gefallen. Lehrt uns diese Geschichte nicht, dass wir alle nur auf unseren Freund, Lehrer und Erlöser – Christus – schauen sollten? Wir sollten leben, um nur Ihm zu gefallen, nicht der Menge um uns herum! Wenn Er unsere Taten, die Musik unserer Seele, gutheißt, brauchen wir nichts weiter.
E. Romanov, in: Nashi Dni, 5. Mai 2007, Nr. 2024, S. 5