Eine kränkliche Witwe hatte zwei Söhne, auf die sie für finanzielle Unterstützung angewiesen war. Ein Sohn verkaufte Regenschirme. Das Erste, was die Mutter jeden Morgen tat, war, nachzusehen, ob die Sonne schien oder ob es nach Regen aussah. Wenn es bewölkt war, war ihre Stimmung gut, weil es eine Chance gab, dass es regnen könnte und ihr Sohn einige Regenschirme verkaufen würde. Aber wenn die Sonne schien, war sie den ganzen Tag unglücklich, weil keine Regenschirme verkauft würden. Der andere Sohn der Witwe verkaufte Fächer. Jeden Morgen, an dem es nach Regen aussah, wurde sie deprimiert, weil ohne die Hitze der Sonne niemand wahrscheinlich Fächer kaufen würde. Egal, wie das Wetter war, die Witwe hatte immer etwas, worüber sie sich Sorgen machte. Während sie sich eines Tages bei einer Freundin beklagte, bemerkte diese: „Kopf hoch. Du hast es gut. Wenn die Sonne scheint, kaufen die Leute Fächer; wenn es regnet, kaufen sie Regenschirme. Alles, was du tun musst, ist, deine Einstellung zu ändern. Du kannst nicht verlieren.“ Als dieser einfache Gedanke bei ihr ankam, lebte die Witwe glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
Brian Cavanaugh, Sower of Seeds, Paulist Press, Bits & Pieces, 22. Juni 1995, S. 2-3