Es war 1792, und die weltweite Evangelisation war kaum auf dem Radar der baptistischen Kirchen in England. Doch sie lag schwer auf dem Herzen eines einunddreißigjährigen bivokationalen Pastors in Northamptonshire. Sein Name war William Carey, und er war leidenschaftlich für den Missionsbefehl. Careys Appell an andere Pastoren, eine Missionsgesellschaft zu gründen, stieß auf Gleichgültigkeit oder Widerstand. Doch Carey konnte nicht schweigen. So erforschte er die Bedürfnisse der Menschen ohne Christus und studierte den Missionsauftrag im Neuen Testament. Er schrieb ein Heft mit dem Titel *An Enquiry into the Obligations of Christians to Use Means for the Conversion of the Heathens*. Das Heft war in fünf Abschnitte unterteilt, die die Geschichte der Missionsarbeit, die Bedürfnisse der Welt, theologische Argumente, praktische Einwände gegen Missionen und konkrete Maßnahmen, die Christen ergreifen könnten, behandelten. Die Untersuchung war revolutionär. Doch innerhalb seiner Seiten stellte Carey zwei Fragen, die immer noch eine Antwort verdienen: „Ist der Auftrag unseres Herrn nicht immer noch für uns bindend? Können wir nicht mehr tun, als wir jetzt tun?“ Careys Hauptargument war, dass der Missionsbefehl nicht nur ein Befehl an die Apostel war, sondern ein Auftrag Christi für alle Christen. Dieses Heft bewegte die Herzen der Baptisten in ganz England und führte zur Gründung der Baptist Missionary Society noch im selben Jahr. Letztendlich unterstützte diese Gesellschaft Carey als ihren ersten Missionar und entsandte ihn nach Indien, wo er den Rest seines Lebens damit verbrachte, das Evangelium zu predigen und die Bibel zu übersetzen. So groß Careys Werk auch war, die Aufgabe bleibt unvollendet. Wir haben immer noch den Missionsbefehl Christi, in die ganze Welt zu gehen und das Evangelium zu verkünden. Und wir müssen es immer noch tun.
Quelle unbekannt