Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal nahm der japanische Turner Shun Fujimoto am Mannschaftswettbewerb teil. Irgendwie brach er sich während der Bodenturnübungen das rechte Knie. Es war für alle vernünftigen Beobachter offensichtlich, dass er sich zurückziehen müsste. Doch sie hatten nicht mit der Entschlossenheit eines wahren Wettkämpfers gerechnet. Am folgenden Tag trat Fujimoto in seiner stärksten Disziplin, den Ringen, an. Seine Übung war hervorragend, aber der kritische Punkt stand noch bevor – der Abgang. Ohne zu zögern, beendete Fujimoto mit einem drehenden Dreifachsalto. Es herrschte einen Moment lang intensive Stille, als er mit enormem Aufprall auf seinem verletzten Knie landete. Dann folgte donnernder Applaus, als er standhaft blieb. Später fragten Reporter nach diesem Moment und er antwortete: „Der Schmerz durchfuhr mich wie ein Messer. Es trieb mir Tränen in die Augen. Aber jetzt habe ich eine Goldmedaille und der Schmerz ist verschwunden.“
Gary Inrig, A Call to Excellence, Victor Books, a division of SP Publ., Wheaton, Ill, 1985, S. 152