Die Regierung des polnischen Premierministers Jaruzelski hatte angeordnet, dass Kruzifixe aus Klassenzimmern entfernt werden sollten, ebenso wie sie in Fabriken, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen verboten worden waren. Katholische Bischöfe griffen das Verbot an, das in ganz Polen Wellen der Wut und des Grolls ausgelöst hatte. Letztendlich gab die Regierung nach, bestand darauf, dass das Gesetz in den Büchern bleibt, stimmte jedoch zu, nicht auf die Entfernung der Kruzifixe zu drängen, insbesondere in den Klassenzimmern. Aber ein eifriger kommunistischer Schulverwalter in Garwolin entschied, dass das Gesetz das Gesetz sei. So ließ er eines Abends sieben große Kruzifixe aus den Hörsälen entfernen, wo sie seit der Gründung der Schule in den Zwanzigerjahren gehangen hatten. Tage später betrat eine Gruppe von Eltern die Schule und hängte weitere Kreuze auf. Der Verwalter ließ diese ebenfalls umgehend entfernen. Am nächsten Tag veranstalteten zwei Drittel der sechshundert Schüler der Schule einen Sitzstreik. Als schwer bewaffnete Bereitschaftspolizei eintraf, wurden die Schüler auf die Straßen gezwungen. Dann marschierten sie, Kruzifixe hochhaltend, zu einer nahegelegenen Kirche, wo sie sich mit zweitausendfünfhundert anderen Schülern aus nahegelegenen Schulen zu einem Morgengebet zur Unterstützung des Protests versammelten. Soldaten umzingelten die Kirche. Doch die Bilder von innen, die Schüler mit hoch erhobenen Kreuzen zeigten, gingen um die Welt. Ebenso die Worte des Priesters, der an jenem Morgen die Botschaft an die weinende Gemeinde überbrachte: "Es gibt kein Polen ohne ein Kreuz."
Chuck Colson, Kingdoms in Conflict, S. 202-203
Quelle: https://sermonillustrations.com/a-z/a/atonement.htm#story_2