Einmal, als Experiment, starrte der große Wissenschaftler Isaac Newton auf das Bild der Sonne, das in einem Spiegel reflektiert wurde. Die Helligkeit brannte sich in seine Netzhaut ein, und er litt unter vorübergehender Blindheit. Selbst nachdem er sich drei Tage lang hinter geschlossenen Fensterläden versteckt hatte, wollte der helle Fleck nicht aus seinem Blickfeld verschwinden. „Ich versuchte mit allen Mitteln, meine Vorstellungskraft von der Sonne abzulenken“, schreibt er, „aber wenn ich an sie dachte, sah ich sofort ihr Bild, obwohl ich im Dunkeln war.“ Hätte er noch ein paar Minuten länger gestarrt, hätte Newton möglicherweise dauerhaft sein Augenlicht verloren. Die chemischen Rezeptoren, die das Sehvermögen steuern, können der vollen Kraft des ungefilterten Sonnenlichts nicht standhalten. In Isaac Newtons Experiment liegt ein Gleichnis, das veranschaulicht, was die Israeliten letztendlich aus den Wanderungen in der Wüste gelernt haben. Sie hatten versucht, mit dem Herrn des Universums sichtbar in ihrer Mitte zu leben; aber am Ende überlebten von all den Tausenden, die so freudig aus Ägypten geflohen waren, nur zwei die Gegenwart Gottes. Wenn man kaum Kerzenlicht ertragen kann, wie kann man dann die Sonne betrachten?
Philip Yancey, Disappointment With God, Zondervan, S. 74