Die Fänge waren besser als am Ufer. Mein Verwandter fuhr mit seinem Pferd und einem Schlitten zu diesen Fischern. Plötzlich wehte ein Südwind auf und die Wellen schoben sich unter das Eis. Er hörte das Knacken des Eises unter den Hufen. Die Fischer sammelten schnell ihren Fang in die eingespannten Schlitten und rasten zum Ufer. Auch mein Verwandter lenkte sein Pferd in Richtung Ufer, doch das magere, erschöpfte Pferd konnte nicht schnell laufen. Zwei Fischer zogen mit schnellen Pferden an ihm vorbei und riefen: „Du gehst unter, alter Mann!“ Er flehte: „Nehmt mich mit, ich habe Familie, Kinder, rettet mich!“ Sie fuhren mit ihren Schlitten neben sein Pferd, nahmen das magere Tier an Vorder- und Hinterbeinen auf einer Seite, hoben es in ihren Schlitten, setzten ihn hinein und rasten zum Ufer.
Im Eis erschienen bereits Risse. Mein Verwandter bemerkte, dass an den Kufen der Schlitten Pfähle befestigt waren, die etwa einen Meter vor und ebenso einen Meter hinter den Schlitten hervorragten. Sie ermöglichten es, über Spalten im Eis hinwegzufahren. Sie erreichten das Ufer noch bevor größere Risse entstanden, und mein Verwandter wurde gerettet. Er kaufte so viel Fisch, wie es seine Mittel erlaubten, und kehrte wohlbehalten nach Hause zurück. Nicht aus Freude, sondern aus Not hatte er diese Fahrt unternommen.
Dieser Vorfall wurde für mich sehr lehrreich. Fast alle Menschen auf der Welt jagen im Grunde nach „billigem Fisch“. Sie suchen, wie sie besser leben können, wie sie billiger und mehr materielle Güter erwerben können, gute Arbeit, ein gutes Haus und möglichst viel „Grünzeug“, doch das gelingt nicht immer. Gut ist es, wenn all dies gut ausgeht. Glücklich ist der Mensch, den unser Herr rechtzeitig rettet und nicht zugrunde gehen lässt.
Viele wollen ein Geschäft beginnen, doch das ist ein Risiko; es kann Gewinn oder Verlust bringen, und vor allem raubt es die kostbare Zeit, die Gott gegeben hat, um „Schätze im Himmel zu sammeln“. (Mt. 6,20)
„Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und in ein Netz und in mancherlei törichte und schädliche Begierden, die Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen. Denn die Wurzel alles Übels ist die Geldgier; derer sich einige hingegeben haben und vom Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben. Du aber, Mensch Gottes, entfliehe dem; strebe vielmehr nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut; kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen bist und das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast.“ (1 Tim. 6,9–12)
Es blieben nur Minuten bis zur Katastrophe, und wie glücklich war mein Verwandter, dass man ihn rechtzeitig aufgesammelt hatte. Um vor ewigem Verderben gerettet zu werden, muss man sich eilends in Buße zu Christus wenden, solange es noch Zeit ist. Möge der Herr allen dabei helfen.
Boris Moiseev, in: Nashi Dni Nr. 2091, 13. September 2008, S. 6