Eine wunderschöne junge Mutter in New York City kehrte zu dem Gebäude zurück, in dem ihr kleines Kind schlief, und war entsetzt, als sie das Gebäude in Flammen sah. Die Feuerwehrleute konnten sie nicht zurückhalten, und sie stürzte sich durch die Flammen, um ihr Kind zu retten. Dabei wurde sie so schwer verbrannt, dass ihr Gesicht für immer entstellt war. Als sie ihr Gesicht im Spiegel sah, nachdem es verheilt war, war sie schockiert über ihre Entstellung, fand aber Trost in dem Gedanken, dass ihre kleine Tochter, wenn sie erwachsen wäre, das Opfer schätzen würde, das ihre Mutter gebracht hatte, um sie zu retten. Das kleine Kind wuchs zu einer jungen Frau von ungewöhnlicher Schönheit heran. Sie wurde sehr bewundert und verwöhnt. Eines Tages gab es einen Ausflug den Fluss hinauf, und sowohl Mutter als auch Tochter gingen mit. Die schöne Tochter war auf dem Vorderdeck, umgeben von einer Menge Bewunderer, lachend und redend. Die entstellte Mutter war auf dem hinteren Deck und kümmerte sich um die Mäntel und andere Dinge. Die Mutter hatte Anlass, zum Vorderdeck zu gehen, um mit ihrer Tochter zu sprechen. Als sie sich näherte, fragte ein fröhlicher junger Mann das schöne junge Mädchen: „Wer ist diese schrecklich aussehende Frau, die da kommt?“ In leisem Ton sagte die schöne Tochter: „Ich weiß es nicht.“ Aber die Worte waren nicht so leise, dass die Mutter sie nicht hörte, und dieses liebevolle Herz wurde durch die grobe Undankbarkeit der Tochter, für die sie so viel geopfert hatte, gebrochen. Wie wir bei dem Gedanken an eine solche schreckliche Undankbarkeit erschauern, aber sind wir nicht einer noch größeren Undankbarkeit gegenüber unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus schuldig? Sein Antlitz war mehr entstellt als das eines jeden Menschen und seine Gestalt mehr als die der Menschensöhne, und doch schämen sich heute viele seiner und sagen: „Ich kenne ihn nicht.“
R. A. TORREY, D.D., Anecdotes and Illustrations