Ein kleiner Junge wurde von seinem Arzt darüber informiert, dass er das Leben seiner kleinen Schwester retten könnte, indem er ihr etwas Blut spendet. Das sechsjährige Mädchen war dem Tod nahe, Opfer einer Krankheit, von der sich der Junge zwei Jahre zuvor wunderbar erholt hatte. Ihre einzige Chance auf Genesung war eine Bluttransfusion von jemandem, der die Krankheit bereits überwunden hatte. Da die Kinder die gleiche seltene Blutgruppe hatten, war der Junge der ideale Spender. „Johnny, würdest du dein Blut für Mary geben?“, fragte der Arzt. Der Junge zögerte. Seine Unterlippe begann zu zittern. Dann lächelte er und sagte: „Klar, Doc. Ich gebe mein Blut für meine Schwester.“ Bald wurden die beiden Kinder in den Operationssaal gebracht – Mary, blass und dünn; Johnny, robust und das Bild der Gesundheit. Keiner sprach, aber als sich ihre Blicke trafen, grinste Johnny. Als sein Blut in Marys Adern floss, konnte man fast sehen, wie neues Leben in ihren müden Körper kam. Die Prozedur war fast vorbei, als Johnnys tapfere kleine Stimme die Stille brach: „Sag mal, Doc, wann sterbe ich?“ Erst da wurde dem Arzt klar, was der Moment des Zögerns und das Zittern der Lippe zuvor bedeutet hatten. Der kleine Johnny dachte tatsächlich, dass er, indem er seiner Schwester sein Blut gab, sein Leben opferte! Und in diesem kurzen Moment hatte er seine große Entscheidung getroffen! Wahre Liebe ist dies, dass jemand sein Leben für einen anderen hingibt (Johannes 15,13). Der kleine Johnny hatte genau das getan. Zumindest hatte er das in seinem Kopf getan. Während sein Leben wahre Liebe demonstriert, mit ihrem auf andere gerichteten Fokus und ihrer alles verzehrenden Leidenschaft für das Wohlergehen anderer, zeigt es auch einen entscheidenden Aspekt der Liebe, der heute mehr denn je von Christen angesprochen werden muss: Liebe muss reifen. Sie muss sich auf das tägliche Leben beziehen und in Wissen und Einsicht verankert sein. Liebe, im Kern, ist opferbereit, aber sie ist auch weise. Liebe kann nicht auf den einmaligen Akt reduziert werden, sich für einen anderen hinzugeben (obwohl dies die größte Demonstration davon sein könnte), sie muss auch Tag für Tag mit Menschen leben. Sie muss – wenn sie jemals biblische Liebe erreichen soll – versuchen, klar zu verstehen, was sie tut und welche Handlungen ihr entsprechen. Es ist dieser alltägliche Aspekt der biblischen Liebe, der die besondere Last dieser Diskussion ist. Es ist auch das besondere Anliegen von Paulus im Buch der Philipper, insbesondere Philipper 1,9-11. Lassen Sie uns den Text lesen und eine Weile darüber nachdenken.
Quelle unbekannt